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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2021
Der Inhalt:
Politik & Gesellschaft

Nahtoderfahrung
Licht am Horizont

Menschen, die dem Tod nahe sind, machen oft sehr schöne Erfahrungen. Was bedeuten diese Erlebnisse an der Schwelle des Todes für unser Weltbild und was für die Menschen, die sie erleben?
von Christoph Fleischmann vom 20.11.2021
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Thomas Mann: »Das Meer ist keine Landschaft, es ist das Erlebnis der Ewigkeit.«(Foto. istockphoto/ml1413)
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Plötzlich bemerke ich, dass ich von oben auf eine Frau hinabschaue, die auf dem Bett liegt, ihre Beine ruhen auf Stützen. Ich sehe die Panik der Pflegekräfte und Ärzte, ich sehe eine Menge Blut auf dem Bett und auf dem Boden.« So beschreibt eine Frau die dramatische Geburt ihrer zweiten Tochter. Der starke Blutverlust löste aber nicht nur die Wahrnehmung aus, von außen auf sich draufzuschauen: »Schnell wie ein Pfeil schieße ich durch einen dunklen Tunnel. Ein intensives friedliches und seliges Gefühl durchströmt mich. Ich fühle mich von Grund auf zufrieden, glücklich, ruhig und friedvoll. Ich höre herrliche Musik. Ich sehe schöne Farben und eine große Wiese mit herrlichen Blumen, in allen nur denkbaren Schattierungen. In der Ferne leuchtet ein schönes, helles, warmes Licht. Dort muss ich hin. Ich sehe eine Gestalt in ei

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Wennemar Schweer 17.12.2021:
Ein informativer Text über Nahtoderfahrungen, der in übersichtlicher Weise einige aktuelle Interpretationsmodelle vorträgt. Zu der Position von Jens Dreier hätte ich mir freilich ein paar kritische Rückfragen gewünscht. Wenn Dreier annimmt, dass nach einem Herzstillstand und einem Null-Linien-EEG bestimmte Nervenzellen in Form einer »Depolarisationswelle« noch besonders aktiv sind und das physische Korrelat zu Nahtoderfahrungen darstellen, wäre zu fragen: Wie sind dann Nahtoderfahrungen zu erklären, die gar nicht im Kontext eines Herzstillstandes auftreten? Ferner bleibt bei Dreier die Frage unbeantwortet, wie im Zuge einer Außerkörperlichkeitserfahrung bei Nahtoderfahrungen nachweislich zutreffende Beobachtungen von entfernt befindlichen Gegenständen oder Sachverhalten gemacht werden können. All das passt nicht zu Dreiers These, Nahtoderfahrungen seien nichts weiter als das Korrelat von depolarisierenden Nervenzellen.

Stephan Mokry 17.12.2021:
Ich kann das Argument von Jens Dreier akzeptieren, dass am Ende des Lebens der Organismus noch mal für ein positives Erlebnis sorgt. Es bleibt die Frage, warum er diesen Aufwand betreibt. Wenn danach alles vorbei ist, was bringt dieses Erlebnis? Ich kann ja nicht zurückblicken, wie ich es sonst im Leben mache, und von daher mich, meine Identität und mein Leben beurteilen und konstruieren. Wenn mit dem Tod wirklich nichts mehr kommt, dann bräuchte es meines Erachtens auch kein positives Erlebnis am Ende.

Wolfgang Scheinberger 17.12.2021:
Wenn ein Mensch etwas erfährt, eine Erfindung macht, eine Idee entwickelt, so fragt die Naturwissenschaft immer, ob man das beweisen, also nachmachen kann – ob dieses von ihm veröffentlichte Ergebnis verifizierbar ist. Von der Logik her ist aber eine einmal gemachte Erfahrung nicht Unsinn, nur weil sie nicht wiederholbar ist. Wenn in früherer Zeit ein Mensch eine Nahtoderfahrung gemacht hatte, tat er sicher eines: Er erzählte das keinem weiter, erstens, weil er selber es für ein Hirngespinst hielt, und zweitens, weil er nicht ausgelacht werden wollte. Heute haben wir aber andere Verhältnisse: Durch die Telefontechnik, durchs Radio und durch das Internet kann heute jeder alles weitererzählen. Wir haben von aller Welt so viele Geschichten gehört, dass man nicht mehr von »spinnerten alten Weibergeschichten« redet, sondern durch die Vielzahl solcher Erzählungen aufmerksam geworden ist und ihnen einen Wahrheitsgehalt zugesteht.

Holm Roch 17.12.2021:
Toll, wie man solche Nahtoderfahrungen, die ja niemand bestreiten wird, nutzen kann, um die eigenen Jenseitsvorstellungen zu stützen. Aber warum nicht auch Erfahrungen aus Alkohol- oder Drogenrausch in diesem Sinne verwenden? Und gibt es nicht auch Patienten in der Psychiatrie, denen Jesus oder verstorbene Verwandte begegnet sind? Alles Wasser auf die Mühlen der Jenseitsgläubigen. Aber was hat das mit Realität zu tun?

Claus Speer 11.12.2021, 15:39 Uhr:
Der Soziologe Hubert Knoblauch hat sich schon 1999 verwundert gezeigt dass es kaum wissenschaftliche Arbeiten von Theologen zu diesem Thema gibt, obwohl ein Weiterleben nach dem Tod doch das Kerngebiet der Theologie sei. Daher ist es sehr lobenswert dass Publik-Forum dieses Thema aufgreift. Gott sei Dank gibt es zwischenzeitlich auch Theologen die darüber zu berichten wissen. Das Auftreten einer Nahtoderfahrung ist nicht zwangsläufig mit einer biologischen Todesnähe verbunden, auch wenn sie dort am meisten vorkommt. Albert Heim berichtete schon 1871 von seiner Nahtoderfahrung die bei einem Bergunfall noch im freien Fall eingetreten war. Inge Drees erlebte eine Nahtoderfahrung ohne jegliche medizinische Ursache während sie ruhig auf dem Sofa lag. Heike Sucky hatte eine Nahtoderfahrung bei einem Beinahe-Unfall. Die Liste lässt sich lange fortsetzen. In den Vorgängen eines irreversibel geschädigten Gehirnes nach den physiologischen Korrelaten von Nahtoderfahrung zu suchen ist irrelevant.

U. Hafermann 02.12.2021, 17:44 Uhr:
Zum Wesen und zur Entstehung des menschlichen Ich-Bewusstseins hat Julian Jaynes eine umfassende Theorie entwickelt. Gotteserlebnis und Religion werden ausführlich analysiert. Eine Zusammenfassung findet sich in https://www.julianjaynes.org/about/about-jaynes-theory/overview/. Sein Buch „The Origin of Consciousness in the Breakdown of the Bicameral Mind“ gibt es inzwischen auch in deutscher Übersetzung.

Stephan Mokry 30.11.2021, 07:44 Uhr:
Ich kann das Argument von Jens Dreier akzeptieren, dass am Ende des Lebens der Organismus nochmal für ein positives Erlebnis sorgt. Es bleibt die Frage, warum er diesen Aufwand betreibt: Wenn danach alles vorbei ist, was bringt dieses Erlebnis? Ich kann ja nicht zurückblicken, wie ich es ja sonst im Leben mache, und von daher mich, meine Identität und mein Leben beurteile und konstruiere, da ich von in der Gegenwart aus der Vergangenheit in die Zukunft hin leben. Wenn mit dem Tod wirklich nichts mehr kommt, dann bräuchte es m.E. auch kein positives Erlebnis am Ende.

Monika Ederer-Mosing 22.11.2021, 17:32 Uhr:
Die Psychologin Dr. Susan Blackmore hat lange Zeit Nahtoderfahrungen erforscht und ist zu dem Schluss gekommen, dass sie keine Evidenz für ein Weiterleben nach dem Tod sind, sondern sich aus Vorgängen im Gehirn erklären lassen. Sie selbst hat eine Out-of-Body-Erfahrung gemacht. Ich habe von ihr zwei Bücher auf Englisch über ihre Forschungen: "Dying to Live" und "Seeing Myself". Auch ihre Homepage ist sehr interessant.

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