Zur mobilen Webseite zurückkehren

Kinotipp: »The Gospel of Revolution«
Die große Hoffnung der Theologie der Befreiung

Was ist aus der »Option für die Armen« in Lateinamerika geworden? Im Dokumentarfilm »The Gospel of Revolution« spricht François-Xavier Drouet mit Leonardo Boff darüber und lässt in alten Filmausschnitten Ernesto Cardenal und Oscar Romero zu Wort kommen.
von Birgit Roschy vom 25.03.2026
Artikel vorlesen lassen
 Widerstand? Betende in Chiapas/Mexiko in François-Xavier Drouets »Gospel of Revolution«.
Widerstand? Betende in Chiapas/Mexiko in François-Xavier Drouets »Gospel of Revolution«.

Kino. Ernesto Cardenal strahlt: »Genossen, ein neuer Tag ist angebrochen!« Der Priester mit Bart und Baskenmütze preist die Revolution in Nicaragua unmittelbar, nachdem es der sandinistischen Befreiungsbewegung 1979 gelungen war, die Somoza-Diktatur zu stürzen. Erfüllt hat sich Cardenals Hoffnung auf eine strahlende Zukunft nicht. In seinem Dokumentarfilm »The Gospel of Revolution« geht François-Xavier Drouet der Frage nach, warum der Kampf um Befreiung und Gerechtigkeit letztlich scheiterte. Seine Spurensuche führt ihn nach Brasilien, Nicaragua, El Salvador und Mexiko. In einer spannenden Montage aus Archivmaterial und aktuellen Interviews mit Zeitzeugen kommen unter anderem die brasilianischen Theologen Leonardo Boff und Frei Betto zu Wort. In El Salvador trifft er den inzwischen verstorbenen belgischen Priester Rogelio Ponseele, der den Guerilleros in das von ihnen kontrollierte Territorium gefolgt war.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 6/2026 vom 27.03.2026, Seite 54
Frieden schaffen - jetzt mit Waffen?
Frieden schaffen - jetzt mit Waffen?
Ein Streitgespräch über christliche Friedensethik

Der Grundsatz der Theologie der Befreiung ist die Option für die Armen. Sie hat viele Menschen inspiriert, sich für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen. Auch junge lateinamerikanische Priester erkannten die Armut von Landarbeitern wie Indigenen und die strukturelle Ungerechtigkeit. Manche schlossen sich den revolutionären Bewegungen an. Dabei riskierten sie den Bruch mit der eigenen Kirche. Vor allem Papst Johannes Paul II. ging scharf gegen die Befreiungstheologie vor. Er fürchtete einen marxistischen Einfluss auf die Ortskirchen in Mittel- und Südamerika.

Mit ihrem Einsatz für die Armen setzten die befreiungstheologisch Inspirierten ihr Leben aufs Spiel: Unter den Tausenden Opfern der Repression durch Militär und Todesschwadronen waren viele Mitglieder von Basisgemeinden, Ordensfrauen und Priester.

Die Befreiungstheologie ist auf dem Rückzug, doch ihr Appell an die gesellschaftsverändernde Kraft der christlichen Botschaft nach wie vor gültig – auch das macht der Film deutlich.

4 Wochen freier Zugang zu allen PF+ Artikeln inklusive E-Paper
Kommentare und Leserbriefe
Ihr Kommentar
Noch 1000 Zeichen
Wenn Sie auf "Absenden" klicken, wird Ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an Publik-Forum.de verschickt. Sie erhalten per E-Mail nochmals eine Bestätigung. Der Kommentar wird veröffentlicht, sobald die Redaktion ihn freigeschaltet hat. Auch hierzu erhalten Sie ein E-Mail. Siehe dazu auch Datenschutzerklärung (Öffnet in einem neuen Tab).

Mit Absenden des Kommentars stimmen Sie der Verarbeitung Ihrer Daten zur Bearbeitung des Kommentars zu. Zum Text Ihres Kommentars wird auch Ihr Name gespeichert und veröffentlicht. Die E-Mail-Adresse wird für die Bestätigung der Bearbeitung genutzt. Dieser Einwilligung können Sie jederzeit widersprechen. Senden Sie dazu eine E-Mail an [email protected].

Jeder Artikel kann vom Tag seiner Veröffentlichung an zwei Wochen lang kommentiert werden. Publik-Forum.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus anderen Gründen inakzeptabele Beiträge nicht zu publizieren. Siehe dazu auch Netiquette (Öffnet in einem neuen Tab).
Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0