Personen und Konflikte
Personen und Konflikte

Masih Alinejad, eine der prominentesten iranischen Dissidentinnen in den USA, warf den Vereinten Nationen und dem Sicherheitsrat vor, angesichts der Massenproteste in Iran, »nicht mit der Dringlichkeit reagiert zu haben, die dieser Moment erfordert«. Dies sagte sie bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats über die brutale Unterdrückung der Proteste durch die iranische Regierung. Alinejad saß auf Einladung der USA in dem Gremium und dem iranischen Botschafter bei den Vereinten Nationen gegenüber. Sie kritisierte: »Die Mitglieder dieses Gremiums haben das Privileg und die Verantwortung vergessen, die mit ihrem Sitz in diesem Raum verbunden sind.« Im Oktober 2025 wurden zwei russische Männer in New York zu jeweils 25 Jahren Haft verurteilt, weil sie im Auftrag der iranischen Regierung einen Auftragsmörder angeheuert hatten, um Alinejad in ihrem Haus zu töten.
Dorothee Wüst, pfälzische Kirchenpräsidentin und Sprecherin des Beteiligungsforums Sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Diakonie, sagte, dass ein »Kulturwandel« im Umgang mit Missbrauch in der Kirche nötig sei. Vor zwei Jahren hatte ein unabhängiges Forscherteam die ForuM-Studie veröffentlicht, die eine Grundlage für die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in Kirche und Diakonie schuf. Zwar stellten sich viele Menschen in den Kirchen ihrer Verantwortung, andere setzten sich aber weiterhin nicht mit Missbrauch auseinander, so die Kirchenpräsidentin. Die Betroffenenaktivistin Katharina Kracht, zeigte sich enttäuscht, dass die evangelische Kirche immer noch nicht verstanden habe, dass sie Missbrauch und Vertuschung nicht selbst aufarbeiten könne. Die Landeskirchen würden bei der Besetzung von Kommissionen häufig Mitglieder aus den eigenen Reihen bevorzugen, sagte Kracht. Zudem unterstünden die Fachstellen für sexualisierte Gewalt noch immer den Landeskirchenämtern.
Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, kritisiert die Aussagen in der neuen Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland zu Atomwaffen. Zwar werde nukleare Abschreckung in dem Papier grundsätzlich als ethisch verwerflich beurteilt, »aber es wird ein politisches Dilemma bei vorhandenen Waffen und externer Bedrohung gesehen«, sagte Latzel. Er halte dagegen »eine klarere Aussage für notwendig, da Atomwaffen wahllos Leben in einer Region vernichten, es andere Formen der Abschreckung gibt und ihr Einsatz auch keine Denkoption sein darf.« Auf Distanz ging Latzel auch zu Aussagen der Denkschrift, wonach Pazifismus »als allgemeine politische Theorie ethisch nicht zu begründen«, sondern nur als »Ausdruck einer individuellen Gewissensentscheidung« zu würdigen sei. Auch wenn Pazifismus nicht seine persönliche Position beschreibe, sei diese Haltung dringend nötig, um einer Militarisierung unseres Denkens entgegenzuwirken, so Latzel.

Michelle Obama, Buchautorin und Ehefrau des früheren US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama, hat gemeinsam mit ihrem Mann die Bevölkerung dazu aufgerufen, die Welle der friedlichen Proteste zu unterstützen, die nach den Todesschüssen in Minneapolis in zahlreichen Städten entstanden ist. Bill Clinton, Präsident von 1993 bis 2001, warf der Trump-Regierung Lüge und Verrat vor und rief zu Protesten gegen die Abschiebepraxis auf: »Die Verantwortlichen haben uns belogen und uns gesagt, nicht das zu glauben, was wir mit unseren eigenen Augen gesehen haben.« Weiter heißt es in dem Statement: »Wenn wir unsere Freiheiten nach 250 Jahren aufgeben, könnten wir sie vielleicht nie zurückbekommen.« Auch republikanische Politiker äußerten Kritik. Pete Ricketts, Senator in Nebraska, und überzeugter Verbündeter von Donald Trump, sprach sich für eine transparente Untersuchung aus. »Meine Unterstützung für die Finanzierung von ICE bleibt unverändert. Aber wir müssen auch unsere grundlegenden Werte als Nation bewahren.« Bei einer Protestaktion der Gruppe »Faith in Minnesota« auf dem Flughafen von Minneapolis wurde rund ein Dutzend Geistlicher verschiedener Konfessionen festgenommen.
Udo Bentz, Paderborner Erzbischof und Nahost-Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, hat beklagt, dass Palästinenser angesichts von Siedlerübergriffen im Westjordanland keine Zukunft mehr in ihren angestammten Gebieten sähen. »Im direkten Kontakt mit den Menschen vor Ort zeigt sich, wie sehr die Einschüchterungsversuche und direkten Attacken in den vergangenen Monaten zugenommen haben, ohne dass die israelischen Sicherheitskräfte wirksam eingreifen«, sagte Bentz, der an einem internationalen Bischofstreffen im Heiligen Land teilgenommen hat und unter anderen den Ort Taybeh im Westjordanland besucht hat (siehe Publik-Forum 24/2025, Seite 36). Das Dorf war im vergangenen Juli von radikalen Siedlern attackiert worden. Immer mehr Menschen dächten an Auswanderung, so Bentz. Der hohe Wohnungsleerstand sei ein Alarmzeichen. Bentz, der sich zum ungeschmälerten Existenzrecht beider Völker im Heiligen Land bekannte, rief zu einer mutigen und klaren Benennung problematischer Entwicklungen auf.




