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Friedensbewegung
Zwischen Schulstreik und Zeitenwende

Kriege und Krisen, Aufrüstung und neues Wehrdienst-Gesetz: Das alles treibt junge Menschen auf die Straße. Erlebt die Friedensbewegung eine Renaissance?
von Daniela Ordowski vom 02.04.2026
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Schulstreik für den Frieden: Jugendliche protestieren in Mainz gegen die Wehrpflicht. (Foto: Daniela Ordowski)
Schulstreik für den Frieden: Jugendliche protestieren in Mainz gegen die Wehrpflicht. (Foto: Daniela Ordowski)

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Zwischen Straßenbahnen, Bussteigen und Reisenden mit Rollkoffern steht Oskar mit ernstem Gesichtsausdruck und ruft die Parole: »Bei der Rüstung sind sie fix, für die Bildung tun sie nix.« Rund 150 Personen sind in Mainz dem bundesweiten Aufruf »Schulstreik gegen die Wehrpflicht« gefolgt. Fast alle auf dem Bahnhofsvorplatz sind Jugendliche.

Ein paar Meter weiter sitzen Jugendliche auf dem Asphalt, Rucksäcke neben sich, die Beine ausgestreckt. Andere stehen in Gruppen zusammen und diskutieren. Passanten halten auf dem Weg zum Zug kurz inne und lesen Schilder wie: »Jungs sind keine Kriegsrekruten.« Manche bleiben stehen und hören den Sprechgesängen zu. »Nie wieder Wehrpflicht« ist zu hören.

Die Jugendlichen haben an diesem Tag die Schule unerlaubt verlassen, um hier zu sein

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Manfred Flerus 30.04.2026:
Den jungen Mann Oskar würde ich gerne fragen, ob er auch bereit wäre, sich widerstandslos ein »System Putin« überstülpen zu lassen, in dem er nicht so offen für seine Meinung eintreten könnte und in dem er nicht so einfach sein Leben so leben und gestalten könnte, wie er sich das vorstellt. Ich würde ihn gerne fragen, ob er sich nicht verantwortlich seinen Mitmenschen gegenüber fühlt, diese vor einem solchen System zu schützen? Und ob er sich jemals Gedanken darüber gemacht hat, wie es uns in unserem Land heute ergehen würde, hätten vor 82 Jahren die jungen Männer der alliierten Staaten, die dieses Land vom Hitler-Regime befreit haben, so gedacht wie er heute?

Saskia Senger 30.04.2026:
Oskar möchte sich selbst verwirklichen, sich dabei nicht von der veränderten Weltlage stören lassen. Darf man das so unkommentiert stehen lassen? Im 20. und 21. Jahrhundert haben wir gelernt, dass sich Typen wie Hitler oder Putin nur von der Abschreckungskraft der Gegenseite stören lassen, nicht von denen, die sich gerne selbst verwirklichen. Das lernte Oskar eventuell nicht in der Schule. Aber könnte nicht die Autorin mit dem jungen Menschen ins Gespräch kommen?

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