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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2013
Der Inhalt:
Politik & Gesellschaft

Rennefanz: »Ich wollte nur weg«

Sie sollte zur sozialistischen Elite erzogen werden. Dann fiel die Mauer, als sie 15 war. Die Journalistin und Buchautorin Sabine Rennefanz zählt sich zu den ›Eisenkindern‹ der 1990er Jahre – wie Beate Zschäpe. Lange war Rennefanz auf der Suche nach Zugehörigkeit. Und doch war sie beseelt von dem Wunsch, etwas zu tun, »was die Gesellschaft schockt«. Ein Gespräch über die deutsche Einheit in zwei Welten
von Bettina Röder vom 02.10.2013
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Sabine Rennefanz, Berliner Journalisitin,1974 in der DDR geboren, beim Mauerfall 15 Jahre alt, Autorin des in diesem Jahr erschienen Buches ›Eisenkinder‹, sagt über ihre Generation: »Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe haben mich ein wenig an mich selbst erinnert. An diese Suche nach Zugehörigkeit, aber auch an den Wunsch, was zu machen, was die Gesellschaft schockt.« (Foto: pa/ Kalaene)
Sabine Rennefanz, Berliner Journalisitin,1974 in der DDR geboren, beim Mauerfall 15 Jahre alt, Autorin des in diesem Jahr erschienen Buches ›Eisenkinder‹, sagt über ihre Generation: »Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe haben mich ein wenig an mich selbst erinnert. An diese Suche nach Zugehörigkeit, aber auch an den Wunsch, was zu machen, was die Gesellschaft schockt.« (Foto: pa/ Kalaene)
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Frau Rennefanz, was ist Heimat für Sie?

Sabine Rennefanz: Wenn ich heute in Richtung Eisenhüttenstadt fahre und die Wiesen und Kiefernwälder sehe, dann geht mir das Herz auf und ich fühle mich zu Hause. Ich verbinde heute Heimat eher mit Landschaften als mit Menschen. Das hat sich verändert. Die Heimat, in der ich aufgewachsen bin, wurde entwertet. Es war mir viele Jahre lang peinlich, aus dem Osten zu kommen. Ich wollte nur noch weg.

Von diesem Gefühl, nach 1990 schlagartig keine Heimat mehr zu haben und nur schwer eine neue zu finden, handelt Ihr Buch »Eisenkinder«. Es ist eine Art Autobiografie Ihrer Generation. Warum dieser Titel?

Rennefanz: Der hängt mit Eisenhüttenstadt zusammen. Eisen: Das Wort gefiel

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Elisabeth-Christine Heun 10.10.2013, 11:51 Uhr:
"Ich habe mich dafür gehasst, dass ich mich in der DDR so angepasst habe."
Dieser Satz ist vielleicht die Erklärung für den anderen:"Es war mir viele Jahre lang peinlich, aus dem Osten zu kommen."

Mir war es nie peinlich aus der DDR zu kommen, denn politisch war es nicht "mein Land" und die Nach-Wende-Kommentare meiner Brüder und Schwestern von der Westseite waren manchmal - das sei unterstrichen- so dümmlich (bis heute), dass ich zu meiner eigenen Überraschung oft erklärt habe: "Ich bin Ossi und das ist auch gut so"(nach Wowereit). Warum soll mir peinlich sein, und vor allem vor wem, was andere Leute angerichtet haben?

Ich bitte, das nicht als Kritik zu verstehen, sondern als ein Beitrag dazu, dass die Wende ganz unterschiedlich empfunden worden ist.

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