Die dunkle Seite der Schokolade
Mit der Machete teilt der Campesino eine reife, orangefarbene Kakaofrucht. Die weiß-gelben Bohnen sind von einem süßlich schmeckenden Fruchtfleisch umgeben. Reynaldo Morales Ordoñes bewirtschaftet seit zehn Jahren mehr als 1800 Kakaobäume im nicaraguanischen Rancho Grande. Den Kakao verkauft er über seine Kooperative an die Schokoladenfirma Ritter Sport. Die zahlt gut: Bei 2600 bis 2800 Dollar liegt der Weltmarktpreis für eine Tonne Kakaobohnen. Ritter Sport zahlt Ordoñes 700 Dollar obendrauf. Weitere 200 Dollar gibt’s für Kakao, der biologisch angebaut wird – wie auch für solchen, der auf das UTZ-Siegel umgestellt wird. UTZ schreibt Mindestlöhne fest, verbietet Kinderarbeit und sichert Gewerkschaftsfreiheit. Für Bio oder für fairen Handel steht es allerdings nicht.
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Das Fairtrade-Siegel garantiert zudem einen Kakao-Mindestpreis, wenn der Weltmarktpreis in den Keller fällt – plus verbindliche Fairtrade-Prämie von mindestens 200 US-Dollar für soziale Projekte.
Bei UTZ und Rainforest Alliance entscheiden die Käufer des Kakaos über die Höhe der Prämien, etwa 150 Dollar pro Tonne. Rainforest Alliance und UTZ stehen der Industrie nahe. Sie setzen auf Schulung der Kakaobauern zu Sozialstandards und verbessertem Anbau. Den Einsatz von Agrarchemie verbietet keiner der drei Siegelgeber.
