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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2013
Vertrauen, verändern, genießen
Margot Käßmann über die Zukunft der Christen
Der Inhalt:

»Die Politik muss ins Boot«

von Barbara Tambour vom 06.12.2013
Warum faire Schokolade teurer ist und wie ein fairer Welthandel durchgesetzt werden kann. Fragen an Thomas Speck, Geschäftsführer des Fairhandelshauses Gepa

Warum kostet die fair gehandelte Gepa-Schokolade im Schnitt doppelt so viel wie konventionelle im Supermarkt?

Thomas Speck: Unsere Schokoladen sind gar nicht unbedingt teurer als Schokoladen anderer Markenanbieter. Mitbewerber mit Premium-Anspruch bieten teilweise nicht mal Bio-Qualität, geschweige denn soziale Qualität wie fairen Handel. Wir kaufen neben Kakao und Zucker auch Milchpulver fair ein. Unsere Schokoladen werden aufwendig verarbeitet. Wir verzichten auf Emulgatoren wie möglicherweise gentechnisch verändertes Sojalezithin. Kurz und gut: Wir scheuen keine Mühen und Kosten. Die Kunden zahlen dafür gern einen höheren Preis, wie wir durch Umfragen wissen.

Bekommen die Kakao- und Zuckerbauern denn auch das Doppelte für ihre Ernte?

Speck: Die Gepa überweist das Geld an die Genossenschaft. Das kann in Niedrigpreis-Phasen auch mal mehr als das Doppelte des Weltmarkt-Preises für Kakao sein. Enthalten sind neben der Fairtrade-Prämie auch ein Bio-Zuschlag.

An wen fließt das Geld genau?

Speck: Die Genossenschaft ist verantwortlich für die Abwicklung der Verträge, die heimische Verarbeitung, die Verpackung sowie für den Transport bis zum Hafen. Nach Abzug dieser Kosten erhält der einzelne Kleinbauer sein Geld von der Genossenschaft, je nachdem wie viel er geliefert hat. Daneben gibt es noch ein Gemeinschaftskonto der Genossenschaft. Auf dieses Konto gehen beispielsweise die Einnahmen aus der Fairtrade-Prämie. Gemeinsam entscheiden die Mitglieder der Genossenschaft, wofür dieses Geld verwendet wird. Das können sein: Investitionen in die Schulbildung der Kinder, Fortbildungen, Infrastruktur oder Gesundheitsfürsorge.

Der Marktanteil von fair gehandelter Schokolade liegt nur bei 0,1 Prozent. Die Welt verändert man damit nicht.

Speck: Die Wirkung des fairen Handels misst sich nicht allein an Marktanteilen, wenngleich auch da noch viel Luft nach oben ist. Aber letztlich hat der faire Handel ja auch einen politischen Auftrag.

Inwiefern macht die Gepa Politik für einen fairen Welthandel?

Wir müssen die Politik mit ins Boot holen. Deshalb diskutieren wir oft mit Politikern aller Parteien über Möglichkeiten eines gerechteren Welthan

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