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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2023
Der Inhalt:
Leben & Kultur

Populismus
Der Herr der Veränderungsmüden

von Matthias Drobinski vom 02.01.2024
Hubert Aiwangers Erfolg beruht vor allem auf der Haltung: Ihr könnt mir nix. Ein Lehrstück über die unheimliche Macht des Populismus.
Gibt gerne den Takt vor: Hubert Aiwanger (Foto: pa/Karl-Josef Hildenbrand)
Gibt gerne den Takt vor: Hubert Aiwanger (Foto: pa/Karl-Josef Hildenbrand)
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Es läuft gut für Hubert Aiwanger. Der bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident des Freistaats hat schwierige Wochen durchlebt: Die Süddeutsche Zeitung berichtete, dass sich vor 35 Jahren im Ranzen des 17-jährigen Schülers ein Flugblatt fand, das im Nazijargon den Wettbewerb »Wer ist der größte Vaterlandsverräter?« auslobte und dem Sieger einen »Freiflug durch den Schornstein von Auschwitz« versprach.

Die Schulleitung habe ihm mit der Polizei gedroht, zur Strafe habe er ein Referat über den Nationalsozialismus halten sollen. War der Chef der in Bayern höchst erfolgreichen Freien Wähler in seiner Jugend ein übler Antisemit, der über ermordete Juden Witze machte?

Der Vizeministerpräsident aber hat die Sache erfolgreich durchgestanden. Sein älte

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Christian Hager 20.10.2023:
Eine brillante Analyse der gegenwärtigen Verhältnisse, die zu deren Besserung motiviert. Der lehrreichste Artikel, den ich zum Thema bislang las!

Michael von Berkum 20.10.2023:
Mich hat vor allem die Reaktion von Aiwanger nach der Veröffentlichung durch die Süddeutsche Zeitung gestört: erst lügen und vertuschen und dann sich als Opfer einer linken Medienkampagne hinstellen. Um im christlichen Jargon zu bleiben, hier wären Einsicht, Reue und Buße angebracht, um dann Vergebung zu erfahren. Publik-Forum deckt vor allem die Gefährlichkeit dieses populistischen Denkens auf, das vor allem in der Gegenwart lebt und getrieben wird vom eigenen Machterhalt und von Egomanie. Populisten sind interessiert, den Status quo aus einer verkrusteten Vergangenheit zu kritisieren, und haben keine Lösungen für die Zukunft anzubieten. Viele Wähler durchschauen dieses Spiel nicht und folgen den Populisten wie einem Rattenfänger. Der kürzlich verstorbene Berlusconi ist da ein Beispiel.

Ursula Böwering 20.10.2023:
Ich bin entsetzt, wie viel Aufmerksamkeit Sie Hubert Aiwanger geben. Die ganze Titelseite! Aiwanger, der nicht von vornherein zu seiner Sünde in der Jugendzeit steht. Der den Text seinem Bruder anlastet, ob zu Recht oder Unrecht, weiß ich nicht. Der nicht sagt, dass er seinen Antisemitismus in der Jugend bereut und sich heute noch dafür schämt. Der von Hexenjagd auf ihn spricht und sich benimmt wie ein kleiner Trump! Nicht jeder liest dann den kritischen Artikel im Innenteil. Den finde ich gut. Ich störe mich an der Titelseite.

Wilhelm Stauch-Becker 20.10.2023:
Glückwunsch zur sehr deutlichen Positionierung in Sachen Aiwanger. Mag seine politische Performance eher hausbacken, rustikal und ohne Spirit vonstatten gehen, hätte sein Schuld- und Schamempfinden die Wahrhaftigkeit seiner Reflexion und seines Bedauerns von einem integren und klaren Bewusstsein sein können. Dem war nicht so. Dass sein selbst inszenierter Opferstatus landauf, landab gefeiert wird, zeigt, wie verdreht die Welt ist. Mir wird angst und bange!

Georg Lechner 27.09.2023, 19:26 Uhr:
Die Saat wurde von den Rinnsteinblättern über Jahrzehnte gelegt, nicht nur in Deutschland (Bild), sondern auch in Österreich (Kronenzeitung) und in Großbritannien (Sun etc.) und auch von moderneren Medien (man denke nur an Berlusconis TV-Imperium oder Bannons Breitbart und Murdochs Fox News). Gemeinsamer Nenner der Genannten: reaktionäre gesellschaftspolitische Vorstellungen (insbesondere Xenophobie) plus finanzielle Interessen der Reichen (man denke nur an das Eintreten der Dichands für ein kapitalfreundliches Stiftungsrecht, aufgeflogen durch Aussagen von Thomas Schmid). Keineswegs auszuschließen sind Spätfolgen der Einflussnahmen des NS-Sympathisanten Allen Dulles (CIA-Direktor 1953 - 1961) auf die Besetzung von Schlüsselpositionen.
Ohne die Indoktrination durch das auflagenstärkste Zentralorgan der Massenverdummung und das Hochjazzen von Kurz durch die VP-nahen Medien gäbe es den Erfolg der FP in Österreich nicht.

Dieter Günter 26.09.2023, 20:36 Uhr:
Mit einem sokurzem Kommentar wie hier möglich kann ich das Viele was hier im Artikel / Pamphlet unstimmig und fragwürdig ist nicht ausdrücken. Ich schicke Ihnen deshalb eine email mit meinen Ausführungen.

Vorab und so freilich etwas "zusammenhanglos" etwas dezidiert Christliches in / für eine christliche Zeitschrift, das jesusanische:
"Urteile nicht, dann wirst auch Du nicht verurteilt" ...

Michael von Berkum 21.09.2023, 16:23 Uhr:
Mir hat vor allem die Reaktion von Herrn Aiwanger nach der Veröffentlichung durch die SZ wg. dem Flugblatt gestört, erst Lügen und Vertuschen, und dann sich als Opfer einer linken Medienkampagne hinzustellen. Um im christlichen Jargon zu bleiben, hier wäre Einsicht, Reue und Buße angebracht, um dann tatsächlich Vergebung zu erfahren. Viele in Bayern sagen, ja der Aiwanger redet immer so. Publik forum deckt hier vor allem die Gefährlichkeit dieses populistische Denkens auf, das vor allem in der Gegenwart lebt, und getrieben wird vom eigenen Machterhalt und Egomanie. Populisten sind interessiert, den status quo aus einer verkrusteten Vergangenheit zu kritisieren, und keine Lösungen für die Zukunft anzubieten. Viele Wähler durchschauen dieses Spiel nicht und folgen den Populisten wie einem Rattenfänger. Der kürzlich verstorbene Berlusconi ist da ein leuchtendes Vorbild.