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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2020
Beziehungskrise
Wie Masken, Abstand und digitale Kommunikation die Gesellschaft verändern
Der Inhalt:

Wenn Arbeit Vorrang hat

von Wolfgang Kessler vom 08.09.2020
Viele Unternehmen werden seit Beginn der Corona-Krise schwer gebeutelt. Ein gefundenes Fressen für mächtige Finanzinvestoren? Besser sollten Beschäftigte und Bürger an Firmen beteiligt werden.
Corona und die Gefahr des Jobverlusts (Zeichnung: PA/Die Kleinert/Kostas Koufogiorgos)
Corona und die Gefahr des Jobverlusts (Zeichnung: PA/Die Kleinert/Kostas Koufogiorgos)

Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft hart. Viele Unternehmen können nur mit staatlicher Hilfe überleben. Sogar renommierte Konzerne wie Daimler fürchten die Übernahme durch arabische oder chinesische Staatsfonds. Nicht wenige Experten warnen vor einer noch stärkeren Konzentration von Produktivvermögen und Wirtschaftsmacht. In dieser schwierigen Lage könnte eine alte Idee helfen: nämlich die Beschäftigten am Kapital der Unternehmen zu beteiligen, in denen sie arbeiten. Oder aber noch viel mehr: Der Staat könnte auch die Bürger stärker am Produktivvermögen beteiligen.

Die Beteiligung der Mitarbeiter am Kapital ist eine traditionelle Forderung der katholischen Soziallehre. »Arbeit hat Vorrang vor dem Kapital«, schrieb einst Papst Johannes Paul II. in der Enzyklika laborem exercens. Bei Unternehmern und Gewerkschaftern ist die Idee umstritten. Viele Unternehmen fürchten zu viel Einfluss der Beschäftigten. Die Gewerkschaften warnen: Wenn ein Unternehmen scheitert, verlieren die Beschäftigten ihren Arbeitsplatz und ihr Geld. Nicht wenige Gewerkschafter haben zudem Vorbehalte dagegen, Arbeitnehmer zu »Kapitalisten« zu machen.

Die Corona-Krise könnte diese Blockade durchbrechen. Die finanziellen Engpässe vieler Unternehmen gefährden Arbeitsplätze. Börsianer warnen, dass große Finanzkonzerne und Staatsfonds bereits Geld horten, um damit Unternehmen zu kaufen, wenn diese krisenbedingt billig zu haben sind. Für die Beschäftigten sind solche Übernahmen gefährlich, denn die großen Finanzkonzerne setzen gerne Sparprogramme durch, um die Börsenrendite zu erhöhen. Das kostet Arbeitsplätze.

Dass Mitarbeiter-Beteiligung Jobs retten kann,

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