Christian Kopp

Christian Kopp, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB), steht einem Bericht der »Süddeutschen Zeitung« hinter dem radikalen Kahlschlag bei den kirchlichen Medien in der Landeskirche, die den weitgehenden Ersatz der evangelischen Publizistik durch Public Relations bedeutet. Ab dem kommenden Jahr streicht die Landeskirche den Zuschuss für den Evangelischen Presseverband für Bayern (EPV) ersatzlos, insgesamt 2,6 Millionen Euro im Jahr. Ausgenommen ist nur der Evangelische Pressedienst (epd), wobei auch hier nach Auskunft der Landeskirche unklar ist, wie die Bayern-Redaktion der Nachrichtenagentur weitergeführt wird. Dem traditionsreichen »Sonntagsblatt« droht damit das Aus, 50 Beschäftigte müssen um ihren Job bangen, auf einer Betriebsversammlung soll blankes Entsetzen geherrscht haben.
Die Landeskirche stärke so »die strategische Organisationskommunikation«, heißt es in einer Pressemitteilung der Landeskirche. »Rückläufige Mitgliederzahlen, sinkende Kirchensteuereinnahmen und ein dynamischer Medienwandel« erforderten »neue Schwerpunkte und Strukturen«, hieß es weiter in der Mitteilung. Im Landeskirchenamt soll nun ein »Bereich Kommunikation« entstehen, mit 15 bis 20 Vollzeitstellen – und die bislang unabhängig arbeitenden Redaktionen ersetzen. Bereits vor zwei Jahren hatte die bayerische Landeskirche einen »Campus Kommunikation« gegründet, in dem die publizistischen Redaktionen des Presseverbandes sowie Pressestelle und Öffentlichkeitsarbeit enger zusammenarbeiten sollen. Der Campus ist nun Geschichte. Von Bischof Kopp, der viel in den sozialen Medien unterwegs ist, heißt es, er sei mit seiner Präsenz in der Öffentlichkeit nicht zufrieden.




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