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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2020
Mahlzeit!
Mikroplastik – die allgegenwärtige Gefahr
Der Inhalt:

Kardinal Marx geht auf halber Strecke

von Michael Schrom vom 02.03.2020
Aufgefallen: Der bisherige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat den Synodalen Weg angestoßen. Dass er auf dem Treffen der Bischöfe in Mainz nicht mehr antritt, könnte mit der fehlenden Unterstützung aus Rom zusammenhängen.
Will nicht noch einmal die Bischofskonferenz leiten: Kardinal Reinhard Marx (Foto: KNA)
Will nicht noch einmal die Bischofskonferenz leiten: Kardinal Reinhard Marx (Foto: KNA)

Es ist nicht so, dass Reinhard Marx es immer schon für eine gute Idee hielt, ein offenes Gespräch zwischen Klerikern und Laien über Macht, Frauen, Sexualmoral und Priestertum anzuzetteln. Er war auch nicht immer der Meinung, dass männerbündische Strukturen an den Machtstellen der katholischen Kirche sexuellen Missbrauch begünstigen. Aber er hat auf dem Höhepunkt der Kirchenkrise das Richtige getan, als er im Lauf einer Bischofsvollversammlung zum Telefon griff und beim Zentralkomitee der Katholiken anfragte, ob diese bereit wären, sich an einem Gesprächsprozess zu beteiligen.

Marx ist kein Visionär, aber er hat einen guten Instinkt, ein Gespür für das, was ansteht. Er propagiert weder die Öffnung der Weiheämter für Frauen noch wünscht er sich die Abschaffung des Zölibats. Aber er hat mit Energie Prozesse angestoßen, die genau in diese Richtung führen. Als Bischof von Trier hatte Marx keine Skrupel, Gotthold Hasenhüttl vom Priesteramt zu suspendieren und ihm die Lehrerlaubnis zu entziehen, weil er es gewagt hatte, beim Ökumenischen Kirchentag auch Protestanten zur Kommunion einzuladen. Aber unter Marx’ Vorsitz hat die Bischofskonferenz Jahre später ein Papier zum gemeinsamen Kommunionempfang von gemischtkonfessionellen Ehepaaren verfasst. Seine Freundschaft mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat die Ökumene atmosphärisch und tatkräftig vorangebracht: weniger Energie für Kontroverses, mehr Kraft für das gemeinsame christliche Zeugnis angesichts der Herausforderungen der Zeit.

Das hat dazu geführt, dass Marx gerade jene irritierte, die sich von dem machtbewussten und schlagfertigen Westfalen an

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