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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2020
Mahlzeit!
Mikroplastik – die allgegenwärtige Gefahr
Der Inhalt:

Die Toten von Hanau

vom 28.02.2020

Eine Frau und acht Männer hat ein Rassist in seiner Heimatstadt Hanau in Hessen ermordet, außerdem seine eigene Mutter. Die Toten dieses Terroranschlags haben Namen und Gesichter. »Ihre Namen sind die, die im Gedächtnis bleiben sollten«, schreibt die Amadeu-Antonio-Stiftung, benannt nach einem der ersten Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland seit 1990. Unter dem Hashtag #SayTheirNames wird im Netz an die Ermordeten erinnert. Weil unklar ist, ob die Angehörigen mit der Veröffentlichung der Nachnamen einverstanden sind und dies zudem die Gefahr birgt, dass die Familien weiter von Rechtsradikalen belästigt werden, nennen wir nur Vornamen.

Ferhat Ü. hatte wenige Tage vor seiner Ermordung eine Lehre zum Heizungs- und Gasinstallateur abgeschlossen und war dabei, seine eigene Firma zu gründen. Ein lebenslustiger Mensch sei er gewesen, der immer gelacht habe, »das darf niemals vergessen werden«, sagt sein Cousin. Er war Kurde und wurde in Deutschland geboren, sein Opa war als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Ferhat wurde 22 Jahre alt.

Gökhan G. wurde von seinen Freunden »Gogo« genannt. Der Kurde galt in Hanau als »bunter Hund«, viele Menschen kannten ihn. Gökhan war Maurer, nebenberuflich arbeitete er als Kellner und kümmerte sich zudem um seinen krebskranken Vater. Er wollte sich in Kürze verloben. Gökhan wurde 37 Jahre alt.

Hamza K. hatte erst vor Kurzem seine Ausbildung abgeschlossen und war gerade ins Berufsleben gestartet. Der 21-Jährige wurde in Deutschland geboren. Die Familie stammt aus dem bosnischen Prijeder und soll während des Krieges vor antimuslimischer Verfolgung nach Deutschland geflohen sein. Eine Freundin schreibt fassungslos: »Wir haben unseren Engel Hamza verloren. Ich kann es nicht glauben.«

Mercedes K. arbeitete im Café-Kiosk neben der Arena-Bar, die zu einem Tatort wurde. Die 35-Jährige gehörte der Minderheit der Roma an, sie kam aus Polen. Mercedes hinterlässt zwei Kinder; Medienberichten zufolge war sie mit dem dritten schwanger. Eine Freundin beschreibt Mercedes als eine Frau mit

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