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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2019
War Goethe Muslim?
Fasziniert vom Islam: 200 Jahre West-östlicher Divan
Der Inhalt:

War Goethe Muslim?

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 09.08.2019
Der »West-östliche Divan« feiert im August seinen 200. Geburtstag – und offenbart, wie fasziniert Goethe vom Islam war
Dieses Bild hat Tischbein so nicht gemalt: In den Orient reiste Goethe nur in seiner Fantasie; solche Minarette gab es während seiner Italienreise 1786/87 dort nicht (Bildmontage: Publik-Forum; Bildmaterial: pa/akg; pa/heritage-images)
Dieses Bild hat Tischbein so nicht gemalt: In den Orient reiste Goethe nur in seiner Fantasie; solche Minarette gab es während seiner Italienreise 1786/87 dort nicht (Bildmontage: Publik-Forum; Bildmaterial: pa/akg; pa/heritage-images)

Zwei überdimensionale, steinerne Stühle stehen sich in Weimar am Rande des Ilmparks gegenüber, wenige Schritte entfernt von der Altstadt. Lebten die beiden Männer noch, denen dieses Kunstwerk gewidmet ist, so würden sie sich bestimmt darauf niederlassen: der deutsche Dichterfürst Goethe und der persische Nationaldichter Hafis, der im 14. Jahrhundert lebte. Das Goethe-Hafis-Denkmal ist aus einem einzigen Granitblock geschnitten, zwei Teile eines Ganzen – ein schönes Symbol für die tiefe innere Beziehung, die Goethe zu Hafis hatte. Allen sprachlichen, kulturellen und religiösen Unterschieden zum Trotz, getrennt durch Raum und Zeit, fühlte Goethe sich ihm so verbunden, dass er Hafis seinen »Zwilling« nannte. Im Sockel sind in persischer Kalligrafie Hafis-Verse eingelassen und daneben Zeilen aus dem »West-östlichen Divan« von Goethe: »Wer sich selbst und andre kennt/ Wird auch hier erkennen/ Orient und Okzident/ sind nicht mehr zu trennen.«

Es ist eine erstaunlich aktuelle Analyse, die Goethe hier vorwegnimmt – zu einer Zeit geschrieben, in der die globalisierte Welt des 21. Jahrhunderts noch in ferner Zukunft liegt und in der der Dichter lediglich »imaginäre Morgenlandfahrten« unternahm. Im August 1819 erschien der West-östliche Divan. Dieses poetische Feuerwerk ist eine Hommage an den Orient – und sowohl in seinen zwölf Gedichtbänden als auch im Prosateil, den »Noten und Abhandlungen zum besseren Verständnis«, gespickt mit Bezügen zum Islam. Goethe und der Islam? Das ist eine Facette aus dem Leben des Dichters, die nur wenige Deutsche kennen.

Tatsächlich beschäftigte sich Goethe eingehend mit der »Religion der Mohammedaner«. Er verschlang Literatur über den Islam, den Orient und vorislamische Mystiker, l

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