Liebe Leserinnen, liebe Leser,
er hatte ein schönes Atelier. Mitten in Wuppertal. Groß, hell, geräumig, in einem Altbau mit viel Atmosphäre. Die alten Holzstühle quietschten und knarrten – aber es durften keine neuen her. In den Schränken mit den unzähligen Schubladen bewahrte er allerhand auf. Auch seine Preise. Während wir an dieser Ausgabe von EXTRA LEBEN arbeiten, in der es auch um Gedanken zum Thema Sterben und Tod geht, erinnere mich an meinen Besuch bei Wolf Erlbruch – ein Illustrator und Kinderbuchautor, einer der Besten, die wir haben, lobte ihn das deutsche Feuilleton. Ich wollte mit ihm über sein wunderbares Buch »Ente, Tod und Tulpe« sprechen und über die große Frage, die nicht nur Kinder bewegt: Warum muss ich sterben? In seinem Buch begegnet die Ente dem Tod: Schon länger hatte sie so ein Gefühl: »Wer bist du – und was schleichst du hinter mir her?« »Schön, dass du mich endlich bemerkst«, sagte der Tod. »Ich bin der Tod.« Die Ente erschrak. Das konnte man ihr nicht übelnehmen. »Und jetzt kommst du mich holen?«
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