Schöne neue KI-Welt
Künstliche Intelligenz (KI) wird wahrscheinlich die bestimmende Technologie der aktuellen Generation sein, so wie das Internet die Welt grundlegend und für immer verändert hat. Was wir im vergangenen Jahr gesehen haben, kratzt nur an der Oberfläche dessen, was möglich ist. Und das Disruptionspotenzial, also das Potenzial, Gesellschaften direkt zu verändern, ist bei KI vergleichbar mit dem der industriellen Revolution.« Mit diesen Worten hat Mitchell Baker, die Chefin des Open-Source-Projekts Mozilla, bekannt durch den Firefox-Browser, kürzlich zum 10-jährigen Firmenbestehen auf eine existenzielle Herausforderung hingewiesen, mit der wir als demokratisch verfasste Gesellschaft konfrontiert sind. Es steht nichts Geringeres auf dem Spiel als die Gewissheit, auch künftig auf der gesicherten Grundlage von Fakten zwischen Wahrheit und Fiktion unterscheiden zu können. Stoff und dringender Grund genug für eine umfassende öffentliche Debatte, sollte man meinen. Doch die bedrückende Feststellung kann nur lauten: die findet bislang allenfalls in Fachkreisen statt, während monatelang – medial verstärkt zu einer regelrechten »Schlacht um die Heizkeller« – das Heizungsgesetz 2024 der Ampelregierung zu einer Existenzfrage erhoben wurde. »Wie werden wir in Zukunft unsere Wohnungen heizen?« erregt das ganze Land, während gleichzeitig beim Thema Künstliche Intelligenz lediglich die Frage diskutiert wird, ob wir da nicht schon abgehängt wurden.
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Werner Eiermann studierte Volkswirtschaft und arbeitete bis zu seinem Renteneintritt als Hörfunk- und Fernsehjournalist beim Bayerischen Rundfunk und bei Radio Bremen. Zuletzt war er Leiter der Onlineabteilung bei Radio Bremen.

