Kuscheln mit den Hobbits
Truman verlässt wohlgemut sein Haus im schnuckeligen Küstenstädtchen Seahaven, um zur Arbeit zu fahren, als etwas vom Himmel herunterfällt: ein Scheinwerfer. Es ist der Beginn des Einsturzes eines gigantischen Lügengebäudes. Trumans heile Welt entpuppt sich als Fernsehkulisse, seine Nachbarn, Kollegen, sogar seine Frau sind Schauspieler. Sein Alltag dient Millionen Zuschauern als Abendunterhaltung. Kurz, Truman lebt von Geburt an in einer Simulation, seine Welt ist »fake«. Die »Truman Show« (1998) ist ein grandioses Paranoia-Szenario, doch ihre Botschaft besitzt philosophische Tiefe. Denn als Truman schließlich den Serienschöpfer mit dem Schwindel konfrontiert, redet dieser sich damit heraus, dass die reale Welt ein schlechter Ort sei. Seahaven dagegen »ist die Welt, wie sie sein sollte«. Wäre es besser für Truman, wenn er nicht die Wahrheit entdeckt und weiter im Lügenparadies gefangen geblieben wäre, womöglich glücklich und zufrieden bis an sein Lebensende?
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Birgit Roschy arbeitet als freie Journalistin. Sie lebt in Frankfurt am Main.

