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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2020
Zukünfte gesucht!
Wohin sich Politik, Kirchen und Gesellschaft entwickeln werden
Der Inhalt:

Aus eins mach drei!

von Thomas Ruster vom 02.02.2020
Ein Priester ist kein Magier: Ein revolutionärer, aber biblischer und gut katholischer Reformvorschlag für ein neues Amtsverständnis
Priester neu denken: Die Dreiteilung des Amtes ist biblisch bezeugt (Garfik: iStock by Getty/Robinolimb)
Priester neu denken: Die Dreiteilung des Amtes ist biblisch bezeugt (Garfik: iStock by Getty/Robinolimb)

Wenn jemand heute in eine christliche Gemeinde käme und zur Befreiung des Heiligen Landes aus den Händen der Ungläubigen aufrufen würde, man hielte ihn für einen gefährlichen Fanatiker. Wenn aber jemand erklärt, auf das Wort des Priesters steige der Herr vom Himmel herab und schließe sich in eine kleine Hostie ein, dann glaubt man ihm. Papst Benedikt XVI. hat jenen Satz, der auf Jean-Baptist Vianney (1786-1859), den »Pfarrer von Ars«, zurückgeht, noch 2009 zustimmend zitiert. Wie kann es sein, dass sich diese mittelalterliche Konstruktion der priesterlichen Amtsvollmacht über die Jahrhunderte gehalten hat? Dass eine Eucharistiefeier ohne den zur Konsekration befähigten Priester nicht stattfinden kann? Dass getaufte Christen fraglos davon ausgehen, dass, wenn sie die gleichen Worte über Brot und Wein sprechen, nichts geschehen würde, dass sie dabei sogar ein Sakrileg begehen würden?

Die Beantwortung dieser Frage weist auf die Privilegien des geistlichen Standes und damit auf die Unterscheidung von Klerikern und Laien. Muss es dabei bleiben? Nein. Gott schickt den Priestermangel, um das Priestertum neu zu denken. Das Material dazu liegt bereit: Christus ist Priester, König und Prophet. Diese Lehre vom dreifachen Amt Jesu Christi ist schon im Neuen Testament zu greifen. Sie ist vom Alten Testament her entworfen, denn Gott führte sein Volk durch diese drei Ämter. Und schon dort treffen wir auf das Prinzip der Gewaltenteilung: Prophet, König und Priester begrenzen und bereichern sich gegenseitig, stehen oft konflikthaft zueinander, kommen an Klärungsprozessen nicht vorbei. Diese Lehre zieht sich durch die Geschichte, wird befruchtet durch die Reformation, findet schließlich ihren Weg in das Zentrum des Zweiten Vatikanums: Alle Geta

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