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Mein Lebensbegleiter

vom 14.01.2022
von Wolfram Viertelhaus, Wittlich
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(Foto: Privat)
(Foto: Privat)
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Liebes Publik-Forum-Team! Ich gehöre der Generation an, die den Aufbruch des 2. Vatikanums erlebt hat, von der Würzburger Synode begeistert war und u. a. Theologie – in Bonn und Tübingen – studiert hat in einer Atmosphäre des Aufbruchs, der Erneuerung, der Hoffnung auf grundlegende Veränderungen in Kirche und Gesellschaft. 1968 habe ich am Essener Katholikentag mit Engagierten aus der Tübinger Hochschulgemeinde teilgenommen. In Bonn war ich genau vor fünfzig Jahren in der Studentengemeinde Gemeindeassistent. Wir waren damals die ersten Nicht-Priester im pastoralen Dienst. Wenn ich heute erzähle, dass es nicht zu meinen Rechten, sondern zu meinen Pflichten gehört hat, regelmäßig zu predigen, ruft das ungläubiges Erstaunen hervor. In diese Zeit passte die neue Wochenzeitung Publik, die wir mit Begeisterung lasen. Da wir sie immer kostenlos bekamen, haben wir leider versäumt, sie zu abonnieren und damit zum jähen Ende mit beigetragen. Als nun Publik-Forum gegründet wurde, habe ich deshalb dieses Experiment von Anfang an unterstützt. Ich gehöre zu den Abonnenten von der ersten Nummer an. Dass sich die Zeitschrift so lange halten würde, habe ich damals nicht geglaubt. Daher möchte ich ausdrücklich herzlich gratulieren und vor allem auch Danke sagen! Publik-Forum ist für mich seitdem ein unverzichtbarer Begleiter durch mein Leben. Wie viele Artikel habe ich in meinem Religionsunterricht eingesetzt! Die Karikatur der ersten Ausgabe mit der Blüte aus dem abgesägten Baum ist heute noch gültig! In der winterlichen Situation der Kirche seit Johannes Paul II., die so viele Hoffnungen zunichte gemacht hat, ist Publik-Forum ein Hoffnungszeichen, das vor Resignation schützen kann.

Wichtig ist mir auch die Rechtskonstruktion dieser Zeitschrift, die Unabhängigkeit garantiert. Daher bin ich auch Mitglied der Publik-Forum-Leserinitiative.

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So wünsche ich mir, dass Publik-Forum weiter eine konstruktiv-kritisches Stimme in den Kirchen und unserer Gesellschaft bleibt. Wichtig ist mir auch die Pluralität, die Toleranz und der Mut zu eigener Meinung. Hoffentlich besteht Publik-Forum gegen den Trend des Pressesterbens. Meinen herzlichen Dank an alle, die mit dazu beitragen, dass das aus einer kleinen Initiative erwachsene Modell einer – christlich, kritischen, unabhängigen, ökumenischen und alternativen - Zeitschrift eine so wichtige Stimme im Pressewesen darstellt. Viele weitere Jahre wünsche ich Publik-Forum!

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