Kirchenkrise
Vergeblich, aber nicht sinnlos
Ich fühlte mich so, als wäre ich bei einem Treffen von staatlichen Mitarbeiter*innen kurz vor dem Niedergang des DDR-Regimes gelandet. Man ahnt das Ende, ist aber erstarrt vor Angst und weiß nicht, was man tun soll.« So schreibt Maria Mesrian in ihrem gerade mit Lisa Kötter gemeinsam veröffentlichten Buch »Entmachtet diese Kirche« (bene). Das Treffen, von dem sie berichtet, fand im Frühjahr 2019 in Köln statt: 30 Mitarbeitende der Kirche waren da frustriert, ängstlich und eingeschüchtert beisammen, weil sie bei einem »pastoralen Zukunftsweg« mitmachen sollten und ahnten, dass ihre Meinung von den Oberen nicht wirklich gefragt war. »Ich hatte das Gefühl: hier saßen Menschen zusammen, die über viele Jahre lang nahezu täglich irgendeiner Form von Machtmissbrauch ausgesetzt gewesen waren.« Dieses Erlebnis war für Mesrian eine Wegmarke, die zu ihrer Politisierung beitrug. Sie engagiert sich seither bei Maria 2.0.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden

