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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2019
Homosexualität und Kirche
Wo ist das Problem?
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Homosexualität und Religion – wo ist das Problem?

von Anne Strotmann vom 30.12.2019
Für Schwule und Lesben hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren vieles verbessert. Gleichzeitig werden sie heute wieder stärker angefeindet – oft mit religiöser Begründung. Judentum, Christentum und Islam müssen sich ihrem Problem mit Homosexualität stellen
Regenbogen als gemeinsames Symbol: Auf Demos für die Rechte von sexuellen Minderheiten zeigen sich auch immer mehr religiöse Menschen
Regenbogen als gemeinsames Symbol: Auf Demos für die Rechte von sexuellen Minderheiten zeigen sich auch immer mehr religiöse Menschen

Vor fünfzig Jahren wehrten sich Homosexuelle in den USA im Stonewall-Aufstand erstmals gegen Polizeigewalt. Vor 25 Jahren wurde in Deutschland der »Schwulen-Paragraf« 175 endgültig abgeschafft, der »homosexuelle Handlungen« unter Strafe gestellt hatte. Seit den 1980er-Jahren feiern Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transpersonen, intersexuelle und andere queere Menschen (LSBTIQ), die nicht den Normvorstellungen von Sexualität und Geschlecht entsprechen, den Stonewall-Aufstand in der Christopher Street in New York als Wendepunkt in ihrem Kampf um Rechte und Anerkennung. Seit einigen Jahren zeigen auf diesen Demos auch immer mehr religiöse Gruppen ihre Solidarität (siehe Seite 42).

Einerseits wächst die Akzeptanz Homosexueller. In Deutschland hat sie 2017 zur Ehe für alle geführt. 95 Prozent der Deutschen finden es laut einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gut, dass Homosexuelle gesetzlich vor Diskriminierung geschützt sind. Andererseits haben homophobe Attacken um etwa dreißig Prozent zugenommen. Die veränderten Verhältnisse rufen jene auf den Plan, die diese Entwicklungen zurückdrehen wollen. Solange Schwule und Lesben nicht in der Öffentlichkeit sichtbar waren, waren sie leicht zu ignorieren. Jetzt meinen einige, gleiches Recht für alle gehe zu weit, und treten besonders aggressiv auf, um Schwule und Lesben wieder in die Unsichtbarkeit zu drängen. Christliche Gruppen gehen dabei traurige Allianzen mit Rechten ein, etwa bei der Initiative »Demo für alle« gegen »Gender- und LSBT-Ideologie«.

Es ist allzu bequem, mit dem Finger auf bestimmte Religionsgemeinschaften zu zeigen, nach dem Motto: Homophob sind nur die anderen. Man sollte auc

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