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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2016
Der neue Mensch
Jens Reich über Fluch und Segen der Gen-Medizin
Der Inhalt:

Gott und die Freiheit des Menschen

von Hartmut Meesmann, Michael Schrom vom 28.03.2016
Ein österliches Gespräch mit dem Freiburger Theologen Magnus Striet über Sehnsucht, Melancholie und Erlösung. Und über den sperrigen Auferstehungsglauben der Christen
Worin besteht der Kern des christlichen Glaubens? Magnus Striet (Mitte) im Gespräch mit Hartmut Meesmann und Michael Schrom in Freiburg
(Foto:Thomas Kunz)
Worin besteht der Kern des christlichen Glaubens? Magnus Striet (Mitte) im Gespräch mit Hartmut Meesmann und Michael Schrom in Freiburg (Foto:Thomas Kunz)

Publik-Forum: In diesen Tagen feiern wir Ostern. Am Karfreitag erinnern sich viele Christen an das Leiden und Sterben Christi. Er habe durch sein Leiden am Kreuz die Welt »erlöst«, heißt es. Doch viele können mit diesen Formeln nichts mehr anfangen.

Magnus Striet: Es gibt eine große theologische Tradition, die sich auf das blutige Opfer am Kreuz beschränkt hat. Doch das klassische Konzept, wonach Jesus für unsere Sünden gestorben ist und sein Opfer am Kreuz heilsnotwendig war, ist so kaum mehr vermittelbar – und auch theologisch fragwürdig. Hier ist bereits viel korrigiert worden. Und es muss noch weitere Korrekturen geben.

Provokant gefragt: Jesus hätte uns auch erlöst, wenn er im Bett gestorben wäre?

Striet: Vermutlich hätten dann die Begriffe »Kreuz« und »Erlösung« nicht so eine Wirkungsgeschichte erzielt. Die ersten Christen hätten sich nicht so daran abgearbeitet, wie sie den skandalösen Tod am Kreuz deuten sollen. Aber wenn wir uns fragen, was Erlösung vor dem Hintergrund unserer heutigen Welt- und Glaubenserfahrung überhaupt heißen soll, würde ich sagen: Wenn wirklich Gott selbst als dieser Mensch in der Geschichte anwesend war, dann ist sein Offenbarwerden als diese radikale Treue und Liebe die Erlösung. Der Tod am Kreuz ist dann Ausdruck dessen, wie entschieden diese Treue und Liebe ist. Sie ist bereit, bis zum Äußersten zu gehen.

Was kann man denn theologisch noch mit dem Begriff Erlösung anfangen?

Striet: In unserem stark christlich geprägten Kulturkreis wird »Erlösung« historisch bedingt im Horizont der Rede von der Sünde verstanden. E

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