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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2019
Attacke von rechts
Wie die AfD im Osten die Kirche spaltet
Der Inhalt:

Aggressive Opferpose

von Michael Schrom vom 24.08.2019
Die AfD hat eine Kampfschrift gegen die Evangelische Kirche in Deutschland verfasst. Deren Kulturbeauftragter Johann Hinrich Claussen wehrt sich gegen die Polemik
Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der EKD: »Wenn die AfD so fromm wäre, wie sie behauptet, müsste sie sich fragen, wie sie mit den christlichen Grundprinzipien umgeht.«
Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der EKD: »Wenn die AfD so fromm wäre, wie sie behauptet, müsste sie sich fragen, wie sie mit den christlichen Grundprinzipien umgeht.«

Publik-Forum: Die thüringische AfD hat das kirchenkritische Positionspapier »Unheilige Allianz« veröffentlicht. Darin wirft sie der evangelischen Kirche vor, sie suche stets den Kontakt mit den Mächtigen und dem Zeitgeist, sei nur auf ihren Vorteil bedacht, verzerre die Bibel, unterschätze den Islam und predige eine apokalyptische Öko-Theologie. Braucht die Partei ein neues Feindbild?

Johann Hinrich Claussen: Inhaltlich bündelt das Papier nur die Kirchenkritik aus der Empörungspublizistik. Typisch ist die Strategie der AfD: Einerseits ist man hoch aggressiv, andererseits besetzt man die Opferrolle und gibt den unschuldig Verfolgten. Das macht ein Gespräch außerordentlich schwierig.

Zwischen den Zeilen stilisiert sich die AfD als Nachfolgerin der »Bekennenden Kirche« in der Nazizeit. Man könnte den Eindruck haben, sie stehe in einer Reihe mit jenen, die mutig am Christusbekenntnis festgehalten haben – gegen feige und machtgeile kirchliche Eliten

Claussen: Ich gönne jedem seinen Wahn, aber hier ist nichts zu machen. Es ist offenkundig, dass die AfD die evangelische Kirche diffamieren will. Ich glaube aber nicht, dass viele wertkonservative Christen auf diese Flötentöne hereinfallen. Daher plädiere ich für einen gelassenen Umgang. Es gibt nur noch eine sehr kleine Gruppe von Christen in der AfD. Viele wertkonservative und wirtschaftsliberale Christen haben diese Partei inzwischen verlassen, weil der völkisch-nationalistische und christentumsfeindliche Flügel dominiert. Wenn die AfD so fromm wäre, wie sie behauptet, müsste sie sich fragen, wie sie mit den christlichen Grundprinzipien umgeht. Doch ein Gespräch darüber

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