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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2019
Mach mich unsterblich!
Der Plan von der Erschaffung des perfekten Menschen
Der Inhalt:

Transhumanisten wollen den Tod abschaffen

von Andrea Teupke, Viola Rüdele vom 08.12.2019
Unsterblich werden mithilfe von Computertechnik, künstlicher Intelligenz und Biomedizin: Eine Gruppe von Forschern und Philosophen, die sich Transhumanisten nennen, wollen den perfekten Menschen schaffen
Wird es irgendwann möglich sein, den Geist auszulagern? (Foto: GrandeDuc/Alamy )
Wird es irgendwann möglich sein, den Geist auszulagern? (Foto: GrandeDuc/Alamy )

Ein Mensch liegt in einem gläsernen Operationssaal. Von der Decke nähert sich ihm wie ein Krakenarm ein OP-Roboter, um ihm einen Chip in seinen Kopf einzupflanzen. Ein Arzt überwacht die Operation auf einem Monitor. Ein Stockwerk tiefer betet der Krankenhausseelsorger vor einem Kruzifix. Zwei Welten, die auf unterschiedliche Art und Weise auf Erlösung hoffen. So beginnt die Tatort-Folge »Maleficius« vom 8. September. Der Arzt in diesem Krimi zählt sich zur Gruppe der »Transhumanisten«. Diese Menschen hoffen, mithilfe moderner Technik das Leben von Menschen, so gut es geht, zu verbessern.

Wörtlich übersetzt, möchten sie über den Menschen in seiner jetzigen Form hinausgehen. Transhumanisten verfolgen den ehrgeizigen Plan, die Evolution fortzusetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, vertrauen sie auf Technik und Wissenschaft: Alles, was das menschliche Leben verlängert, soll gemacht werden, alles, was es potenziell verbessern könnte, soll erforscht werden. Transhumanisten glauben an eine Verschmelzung von Mensch und Maschine. Menschen haben sich schließlich schon immer weiterentwickelt – also ist es nur konsequent, dies nun auch mithilfe von Technik voranzutreiben.

Wir waren schon immer Cyborgs

Was im ersten Moment gruselig klingt – der Krankenhausseelsorger im Tatort bezeichnet die neue Technik denn auch als Teufelszeug –, gibt es in Ansätzen schon längst. Menschen tragen Brillen, haben ein künstliches Hüftgelenk oder einen Herzschrittmacher. »Wir sind schon immer Cyborgs gewesen, also Mischwesen aus Mensch und Maschine«, sagt Lorenz Sorgner, einer der führenden Vertreter des Transhumanismus. Und die Verschmelzung wird weitergehen. In Schweden hat 20

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Georg Lechner
12.12.201919:35
Pflanzen kann man auch nicht beliebig oft vegetativ vermehren (über Ableger), weil dann irgendwann Krankheiten oder Schädlinge überhandnehmen. Daher ist Unsterblichkeit für Menschen auch nicht erreichbar. Wünschenswert ist so etwas ohnehin nicht, wie im Artikel richtigerweise betont wurde.
Selbst wenn man Mittelchen erfindet, die das Altern rückgängig machen oder aufschieben können, müssten die erst durch die Zellmembranen in das Zellinnere gelangen. An diesem Punkt dürfte es in den allermeisten Fällen schon scheitern. Denn geladene Teilchen kommen nur dann durch diese Barriere, wenn es Membranproteine für die Durchschleusung gibt. Die Zellen sind nämlich auf die Aufrechterhaltung eines Konzentrationsgefälles geladener Substanzen zwischen innen und außen angewiesen. Bricht das zusammen, muss es die elle aus den Energiereserven wieder aufbauen. Gelingt das nicht vor deren Aufbrauchen, stirbt die Zelle.