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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2019
Mach mich unsterblich!
Der Plan von der Erschaffung des perfekten Menschen
Der Inhalt:

Unsterblichkeit aus dem Labor

von Andrea Teupke vom 06.12.2019

Nein, er hoffe nicht, auf der Leinwand ewig zu leben, soll Woody Allan gesagt haben. Er fügte hinzu: »Ich möchte nicht durch meine Arbeit unsterblich werden. Ich möchte unsterblich werden, indem ich nicht sterbe.« Der Traum, den Tod zu besiegen, ist so alt wie die Menschheit. Doch nicht nur die Suche der mittelalterlichen Alchemisten nach dem »Stein der Weisen« scheiterte; auch neuzeitliche Versprechungen, dem Tod ein Schnippchen schlagen zu können, haben sich bislang stets als Illusion herausgestellt. Dennoch wird in naturwissenschaftlichen Labors emsig an der Unsterblichkeit geforscht. In den USA, wo viel Geld in solche Forschungen fließt, werden vor allem drei Ansätze verfolgt:

Metformin, ein Medikament gegen Diabetes, soll den Alterungsprozess der Zellen aufhalten können. Nir Barzilai, Direktor des Institut of Aging in New York, will in einer groß angelegten Studie untersuchen, was passiert, wenn gesunde Menschen regelmäßig Metformin einnehmen. Die Organisation American Federation for Aging Research versucht dafür 55 Millionen Dollar einzusammeln. Die Verantwortlichen sagen allerdings, es ginge nicht darum, das Leben zu verlängern, sondern auch im hohen Alter gesund zu bleiben.

Offensiver formuliert sein Ziel der Molekularbiologe und Krebsforscher William Andrews. Auf der Homepage seiner Firma Sierra Science schreibt er: »Altern ist eine Krankheit, und sie kann geheilt werden.« Andrews setzt dafür auf die sogenannten Telomere: Diese Schutzkappen am Ende der Chromosomen verkürzen sich im Laufe des Lebens. Wenn sie eine bestimmte Länge unterschreiten, kann sich die Zelle nicht mehr teilen; sie wächst nicht mehr oder stirbt ganz ab. Andrews hofft, mittels Gentherapie die Telomere wieder verlängern zu können – und damit das Leben.

Den bislang größten Erfolg behauptet der amerikanische Forscher Gregory Fahy vorweisen zu können: Ihm sei es gelungen, die biologische Uhr nicht nur zu bremsen, sondern tatsächlich zurückzustellen, sagte der Pharmazeut und Altersforscher auf einer Pressekonferenz vor wenigen Monaten. Sein Biotechunternehmen Intervene Immune hat Menschen ein Wachstumshormon verabreicht – mit der Folge, dass die Thymusdrüse, die normalerweise nur in den ersten Lebensjahren aktiv ist, wieder anfing zu arbeiten. Angeblich gelang es, das bio

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