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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2020
Gott der Gegenwart
Was Christen heute zu sagen haben
Der Inhalt:

Im Schatten der Kathedrale von Rabat

von Claudia Mende vom 21.09.2020
Schwarzafrikanische Immigranten, die in Marokko stranden, finden in den Kirchen Halt und Hoffnung – und verändern sie.
Treffpunkte für Gestrandete: Eingang der Kathedrale von Rabat (Foto: Claudia Mende)
Treffpunkte für Gestrandete: Eingang der Kathedrale von Rabat (Foto: Claudia Mende)

Bei schönem Wetter ist Europa zum Greifen nah. Von der Hafenstadt Tanger aus sieht man schemenhaft die Umrisse des spanischen Festlandes. Tanger liegt an der nordwestlichen Spitze Marokkos, in der Meerenge von Gibraltar, wo Mittelmeer und Atlantik aufeinanderstoßen. Nirgends sind sich die Nachbarn Afrika und Europa näher. Geografisch gesehen, denn für Migranten aus Afrika bleibt der Kontinent ihrer Sehnsucht auch hier unerreichbar, selbst wenn man für die Überfahrt nur eine Stunde braucht.

Christopher Agbaje und Garbar Barchure haben schon dreimal versucht, Europa zu erreichen. Jedes Mal sind sie gescheitert. Die beiden Männer stammen aus Liberia, vor fünf Jahren haben sie ihr Heimatland verlassen. Die Folgen des Bürgerkriegs und die Angst vor Ebola trieben sie in die Fremde. Ihre Odyssee führte sie durch Mali und Algerien bis nach Marokko. Von dort, so hofften sie, könnten sie nach Europa. »Zwei Mal wurden wir von der marokkanischen Polizei verhaftet«, erzählt Christopher, vierzig Jahre alt, von Beruf Medizintechniker. Die Strapazen der Flucht haben sich in sein Gesicht eingebrannt. »Beim dritten Versuch sind die Schlepper einfach mit dem Geld abgehauen. Jetzt müssen wir hierbleiben.«

Marokko war für Migranten aus Afrika südlich der Sahara lange Zeit nur ein Transitland. Niemand hatte vor, hierzubleiben. Doch weil sich Europa abschließt, bleiben immer mehr notgedrungen in Marokko. Rund 70 000 sollen es sein, vor allem aus französisch geprägten Ländern Schwarzafrikas wie Senegal, Togo, Kamerun oder Kongo. Genaue Zahlen hat niemand.

»Viele von ihnen arbeiten schwarz auf dem Bau, in der Landwirtschaft oder im Transport«, sagt Nadia Tari von der 2006 gegründeten Organisation

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