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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2012
Satte Geschäfte
Wie Spekulanten Hunger machen
Der Inhalt:

Abendmahl mit Tupper-Bechern

von Sara Mierzwa vom 04.07.2012
Verein Lukas14: Integratives Straßentheater in Frankfurt

Rosa Turnschuhe, Birkenstock, nackte Füße, Hundepfoten und Krückstöcke laufen über bunte Stoffbahnen. Kurze und lange, helle und dunkle Arme schwingen unsichtbare Palmwedel durch die Luft. Auf dem Schulhof der Liebfrauenschule in Frankfurt am Main probt die integrative Theatergruppe vom Verein Lukas14 für die Evangelienspiele. Seit dem Jahr 2000 werden alle drei Jahre zwölf Geschichten aus dem Leben Jesu in einem Stück pantomimisch dargestellt. Die hundert Schauspieler aus 15 Ländern treten unter freiem Himmel in historischen Gewändern auf. Einige Gleichnisse werden modern inszeniert.

In diesem Jahr wird das Stück mit Andreas Walter-Schroth einstudiert. »Dieses Theater funktioniert nur über die Bildsprache«, sagt der Regisseur, »es ist eine Herausforderung, eine Geschichte ohne Sprache zu vermitteln.« Wortlos spielen die Darsteller das letzte Abendmahl mit blauen Tupper-Bechern und Weißbrotstücken nach. Ein Darsteller erzählt die Geschichte, ein Gebärdendolmetscher übersetzt.

Der Kapuzinerpater und Gehörlosenseelsorger Amandus Hasselbach hat die Evangelienspiele ins Leben gerufen. Als sein Nachfolger das Projekt nicht weiterführen wollte, gründete er zusammen mit Christina Kupczak 2007 den Verein Lukas14 mit dem Ziel, einen Ort zu schaffen, an dem alle Menschen mit und ohne Behinderung willkommen sind. Theaterspielen, Kultursalon, Internationales Kochen und (Gebärden-)Chorsingen bringen die Menschen zusammen. Bei allen Aktivitäten steht die Begabung des Einzelnen im Mittelpunkt, die Behinderung spielt kein Rolle. Stefan Richter, 37 Jahre und schon Jahre dabei, sagt: »Es ist schön in der Gemeinschaft über mehrere Jahre mit dabei zu sein. Inklusion wird hier wirklich gelebt.«

Die über 150 Mitglieder des Vereins sind ein bunte Mischung aus allen Teilen der Gesellschaft: Musiker, Krankenschwestern, Verkäuferinnen und Akademiker zwischen 20 und 88 Jahren. Viele Mitglieder erleben in dem Verein auch ein lebendiges Gemeindeleben. Denn Lukas14 vertritt eine christliche Grundhaltung, ist aber offen für alle Konfessionen. Pressesprecher Lutz Riehl betont: »Diese Unabhängigkeit bietet mehr Freiheit in der Planung und Gestaltung der Evangelienspiele.« Das Geld für die vielen Projekte kommt von der Stadt Frankfurt, aus Mitgliedsbeiträgen und Einzelspenden.

Die S

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