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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2020
Erbsünde Rassismus
Schwarze Befreiungstheologie von der Sklaverei bis zur Ermordung George Floyds
Der Inhalt:

Lobbyist gegen Rassismus

von Ulrike Scheffer vom 04.07.2020
Tahir Della kämpft für die Interessen Schwarzer Menschen in Deutschland. Er ist überzeugt: Um Diskriminierungen zu überwinden, muss die Kolonialgeschichte aufgearbeitet werden
Tahir Della (Foto: Scheffer)
Tahir Della (Foto: Scheffer)

Das May-Ayim-Ufer an der Spree in Berlin-Kreuzberg ist ein ganz besonderer Ort für Tahir Della. Hier haben Schwarze Deutsche* wie er einen symbolträchtigen Sieg errungen. Einen Sieg über den Kolonialismus. Die Gedenktafel, auf der erläutert wird, warum das Ufer umbenannt wurde, ist allerdings jüngst mit grüner Farbe beschmiert worden. »Das passiert immer wieder«, sagt Della. Der groß gewachsene Mann mit markanter Vollglatze engagiert sich seit mehr als dreißig Jahren in der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD). Seit 2019 arbeitet er in Berlin als Promotor für Dekolonisierung und Antirassismus. Konkret bedeutet das: Della unterstützt lokale Gruppen, die sich mit Rassismus und Kolonialismus beschäftigen, und er wirbt für eine politische Auseinandersetzung mit diesen Themen. Finanziert wird seine Stelle vom Land Berlin und dem Bundesentwicklungsministerium.

Man könnte sagen, Tahir Della betreibt Lobbyismus gegen Rassismus. Für ihn gehört dazu vor allem, die koloniale Vergangenheit Deutschlands sichtbar zu machen – unter anderem durch Debatten über fragwürdige Straßennamen. »Nur wenn wir unsere koloniale Vergangenheit aufarbeiten, können wir Rassismus bekämpfen. Denn das Weltbild von damals prägt uns bis heute«, erklärt er. Das May-Ayim-Ufer etwa, früher Gröbenufer, war bis zu seiner Umbenennung vor zehn Jahren nach einem Mann benannt, der Ende des 17. Jahrhunderts im Auftrag von Kurfürst Friedrich Wilhelm die brandenburgische Kolonie Groß Friedrichsburg im heutigen Ghana gründete. »Wer weiß schon, dass die deutsche Kolonialgeschichte so weit zurückreicht«, sagt Della. Die Gedenktafel macht darauf nun aufmerksam, und sie stellt die neue Namensgeberin vor, die afr

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