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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2020
Erbsünde Rassismus
Schwarze Befreiungstheologie von der Sklaverei bis zur Ermordung George Floyds
Der Inhalt:

Was uns leben lässt

vom 26.06.2020

In der Corona-Pandemie wurden Ausgangssperren gelockert, Lokale vorsichtig wieder geöffnet. Endlich wieder ein Stück »Normalität«. Es waren harte Erfahrungen. Alles auf Distanz und Begrenzung, das gesellschaftliche Leben zurückgefahren. Keine schöne Zeit.

Doch – ich halte inne: Waren da nicht auch Lernerfahrungen, bereichernde Momente? Gibt es etwas, das ich mitnehmen möchte, nicht vergessen? Bilder tauchen auf.

In der Erinnerung ist da ein Spaziergang, ziemlich am Anfang der Corona-Krise, raus aus der Enge und düsteren Stimmung in die freie Natur. Eine Bank, von den ersten Frühlingssonnenstrahlen beschienen. Von da der Blick in die Weite und zum blauen Himmel. Welch herrliches Wolkenspiel, nicht zerfurcht von Kondensstreifen vieler Flugbewegungen. Ach ja, wie leise es ist. Weniger Verkehr auf der Straße ist zu hören, dafür Zwitschern der Vögel. Wie wunderbar wohltuend, die Stille und die Jahreszeit. Die helle Sonne und das Aufbrechen der Knospen an den Bäumen! Am Ostersonntag die Beobachtung: Es sind ungewöhnlich viele Spaziergänger unterwegs, auch junge Leute darunter. Ein Zuwinken und Fragen aus dem Abstand nach dem Wohlergehen. Es tut gut, Menschen zu treffen oder Botschaften aufs Handy geschickt zu bekommen, die vom Frühling sprechen und aufmuntern wollen. Lieder und Musik von vielen Einzelnen, zusammengefügt zu einem Chor oder Orchester, anrührend. Ich merke, wie wichtig doch Beziehungen sind. Gespräche übern Gartenzaun. Gemeinsames Beklagen und auch wieder Mut fassen, Solidarität spüren.

Mehr Telefonanrufe: »Es ist schön, deine Stimme zu hören!« Und: »Weißt du noch? Ach ja, lang ist es her!« Länger sitzen bleiben am Frühstückstisch und bei den Mahlzeiten, dankbar, dass man zu zweit ist. Einkaufen im Dorf mit dem Fahrrad, die Menschen sind vertraut und Gedankenaustausch ist möglich. Größere Unternehmungen gehen nicht, unsere gebuchte Reise wurde abgesagt. Also bleibt mehr Zeit zu Hause, die ich nutze, um zu entrümpeln. Dabei fallen mir zwei Bücher in die Hand mit den Titeln: »Was uns leben lässt« und »Wir sind in so viel Ängsten und siehe wir leben«. Wie passend, denke ich. Wir sind am Leben! Unsere Grundversorgung ist gesichert, für das Lebensnotwendige ist gesorgt. Die Medizin rüstet flächendeckend auf. Besonnen und ernsthaft versuchen unsere Politiker in Deutschland, der Krise Herr zu werden, machen sie zur Chefsache, beraten sich mit Vertretern d

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