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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2012
Ich glaube
Der Konflikt um das Bekenntnis der Christen
Der Inhalt:

Verschandeltes »Gotteslob«

Rom streicht die modernen Kirchenlieder von Huub Oosterhuis

Ist das künftige katholische Kirchengesangbuch für Deutschland, Österreich, Südtirol, die Schweiz und Ostbelgien harmlos? Wohl eher nicht. Denn es wird zensiert.

»Ich steh’ vor Dir mit leeren Händen, Herr, fremd wie dein Name sind mir deine Wege …« Dieses 1969 entstandene Glaubenslied des Niederländers Huub Oosterhuis droht im künftigen Gotteslob ausgemerzt zu werden. Dabei wird Oosterhuis’ ebenso frommes wie nachdenkliches Eingangslied seit vielen Jahren häufig gesungen, in katholischen wie evangelischen Gemeinden. Denn es formuliert trefflich und in moderner Sprache die Gottessuche und Gottessehnsucht heutiger Menschen.

Doch die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramente im Vatikan will keine Liedtexte von Oosterhuis mehr dulden. Weshalb? Der 1933 geborene Oosterhuis sei ein »Abtrünniger«, so sickert aus der vom Opus Dei beeinflussten Kongregation. Inhaltlich, sachlich oder gar theologisch wird nicht argumentiert. Huub Oosterhuis war Jesuitenpater und Studentenpfarrer in Amsterdam. Die dortige Studentenekklesia löste sich nach Konflikten um den Zwangszölibat und das Priesteramt aus dem Bereich bischöflicher Kontrolle. Sie bildet seither eine unabhängige Personalgemeinde. Oosterhuis, der eine kreative Liturgie-Werkstatt betreibt, ist einer ihrer Seelsorger. Er hat 1970 geheiratet.

Durchgestochen an die konservativste unter den neun Kongregationen wurde der Vorgang durch den Kölner Kardinal Joachim Meisner und seinen Ziehsohn, Würzburgs Bischof Friedhelm Hoffmann. Der ist Chef der Unterkommission Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch der