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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2012
Ich glaube
Der Konflikt um das Bekenntnis der Christen
Der Inhalt:

Schrumpfkur für die Armen

In Griechenland müssen die kleinen Leute die faulen Kredite der Reichen zurückzahlen. Die Deutschen interessiert dies kaum

Immerhin, einer hat jetzt eine Lanze für die Griechen gebrochen. Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, hat »konkrete Hilfen für Griechenland« angemahnt. Die »Zumutungen des Sparens« dürften nicht das »einzige Signal« der Europäischen Union an das krisengeplagte Land sein.

Bisher sind diese Zumutungen aber das einzige Signal. Alternativen zur gegenwärtigen Sparpolitik sind nicht angesagt. Stattdessen lassen die Regierungschefs, allen voran das neue Traumpaar Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, die Sektkorken knallen, weil die griechische Regierung ihre Sparmaßnahmen endlich als Bedingung für den Schuldenschnitt akzeptiert hat. Auch die Börsen sind beruhigt, die Medien erleichtert. Der Tenor ist einheitlich: Die Griechen haben jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt, jetzt sollen sie zahlen.

Was allerdings als Erfolg gefeiert wird, sind soziale Einschnitte, die die Falschen bestrafen: Die Renten wurden schon vor Monaten gekürzt. Jetzt soll noch der Mindestlohn von 750 Euro auf 585 Euro pro Monat sinken. 15 000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst werden entlassen, insgesamt 150 000 Arbeitsplätze sollen beim Staat abgebaut werden. In der Privatwirtschaft werden die Löhne gesenkt, viele öffentliche Unternehmen werden privatisiert. Diese Sparmaßnahmen treffen die Griechen überaus hart, allerdings nicht jene, die über ihre Verhältnisse gelebt haben.

Auch die meisten Griechen bestreiten nicht, dass ihre »Elite« die Schuldenkrise ihres Landes maßgeblich mit verursacht hat. Seit Jahren sind Staat und Regierung quasi im Besitz weniger reicher Familien. Zusammen mit einer dünnen Obersc