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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2012
Ich glaube
Der Konflikt um das Bekenntnis der Christen
Der Inhalt:

Keine Zeit für Kinder

Die Wirtschaft macht Druck gegen das Recht auf Elternzeit

Die Überschrift klingt gut: »Zeit für Familie«. Unter diesem Titel steht der Familienbericht der Bundesregierung, der nächste Woche vorgestellt werden wird. Weniger gut klingt, was vorab bekannt wurde: Die Verfasser scheinen weniger die Interessen von Familien als die der Wirtschaft im Blick gehabt zu haben. Besonders die gesetzliche Elternzeit von drei Jahren ist den Regierungsberatern ein Dorn im Auge. Sie bedeute für die Unternehmen eine »große organisatorische und finanzielle Belastung«, heißt es im Bericht. Viel besser wäre es, wenn Mütter und Väter schon ein Jahr nach der Geburt des Kindes an den Arbeitsplatz zurückkehren müssten, um wenigstens in Teilzeit zu arbeiten. Nach zwei Jahren sollte dann endgültig Schluss sein mit der häuslichen Betreuung – oder dem Anspruch auf einen Arbeitsplatz.

Dieser Vorschlag ist geradezu zynisch. Denn viele Eltern können gar nicht arbeiten gehen – weil zu wenig bezahlbare und qualitativ ausreichende Betreuungsplätze zur Verfügung stehen. In vielen Regionen Deutschlands ist die Nachfrage nach Krippenplätzen immer noch deutlich höher als das Angebot – und der Betreuungsschlüssel längst nicht so hoch, wie aus entwicklungspsychologischer Sicht notwendig wäre.

Und selbst wenn es anders wäre: Das Recht, junge Kinder zu Hause erziehen zu dürfen, sollte nicht leichtfertig den Interessen der Wirtschaft geopfert werden. Schließlich ist jedes Kind anders. Es gibt schüchterne und unternehmungslustige, forsche und zurückhaltende, sehr anhängliche und selbstständigere Kinder. Es gibt Kinder, denen es nicht trubelig genug sein kann – und Kinder, die am liebsten allein oder in kleinen Gruppen spielen. Der Mythos, jedes Kind würde von einer Kr