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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2020
Geht doch!
Der Synodale Weg der katholischen Kirche
Der Inhalt:

»Die Zeit war reif«

Das Leib-und-Seele-Gespräch: Sie malte Maria mit verklebtem Mund – und initiierte mit Freundinnen einen Frauenaufstand in der katholischen Kirche. Ein Gespräch mit Lisa Kötter, einer der Gründerinnen der Aktion Maria 2.0
»Ich kann auch ohne Rom katholisch sein«: Lisa Kötter (Bild: Schwehm/Ypspunkt.de
»Ich kann auch ohne Rom katholisch sein«: Lisa Kötter (Bild: Schwehm/Ypspunkt.de

Publik-Forum: Frau Kötter, als Mitgründerin der Aktion Maria 2.0 waren Sie eingeladen, als Delegierte am Synodalen Prozess teilzunehmen. Warum haben Sie das abgelehnt?

Lisa Kötter: Es gab keine offizielle Einladung der Bischofskonferenz an Maria 2.0, nur eine vorsichtige Anfrage von Beteiligten. Wir haben uns das angehört und spontan mit einer Stimme geantwortet: »Nö!«

Mit welcher Begründung?

Kötter: Als Teil des Synodalen Weges könnten wir nicht mehr offen diskutieren, sondern müssten für die Dauer dieses zweijährigen Prozesses die Füße stillhalten – so wie etwa Gewerkschaften während der Tarifverhandlungen den Mund halten müssen. Zudem wüssten wir gar nicht, wem und mit welchem Auftrag wir ein solches Mandat erteilen sollten. Maria 2.0 ist kein Verein mit Satzung und Mitgliedschaft, sondern ein frei schwingendes Netz. Das wollten wir weiter frei schwingen lassen.

Trotzdem sind Sie doch das prominenteste Gesicht von Maria 2.0.

Kötter: Finde ich nicht. In Freiburg hat Maria 2.0 ganz andere Gesichter, in Köln ist es Maria Mesrian … Wenn ich häufig als Gesicht der Bewegung auftauche, hat es damit zu tun, dass ich als frei schaffende Künstlerin zeitlich flexibler bin als andere, wenn also tagsüber irgendwo Termine waren, bin ich da halt hingerast.

Kann man sagen, dass Sie bis Anfang 2019 so etwas wie eine brave Katholikin waren?

Kötter: Nein, ich hatte immer auch kirchenferne Phasen und habe meine Nase gern in alle möglichen anderen Religionen reingesteckt. Von Jesus war ich angespro

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