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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2018
Publik-Forum Ausgabe 2/2018: 1968. Ein irres Jahr
Der Inhalt:

Zwei für die Große Koalition

von Bettina Röder vom 31.01.2018
Die Christdemokratin Annegret Kramp-Karrenbauer und die Sozialdemokratin Manuela Schwesig stehen auf den ersten Blick für völlig verschiedene Programme. Doch die Ministerpräsidentinnen vom Saarland und von Mecklenburg-Vorpommern verbindet mehr als gedacht
Eiserne Nerven und viel Disziplin: Nicht nur das verbindet die Ministerpräsidentinnen Annegret Kramp-Karrenbauer (links), CDU, und Manuela Schwesig, SPD, sie sind auch in manchen inhaltlichen Fragen nicht weit auseinander (Foto: pa/BeckerBredel)
Eiserne Nerven und viel Disziplin: Nicht nur das verbindet die Ministerpräsidentinnen Annegret Kramp-Karrenbauer (links), CDU, und Manuela Schwesig, SPD, sie sind auch in manchen inhaltlichen Fragen nicht weit auseinander (Foto: pa/BeckerBredel)

Es war um 4.30 Uhr morgens, als sie auf der Autobahn in der Nähe von Potsdam verunglückte. Da hatte sie mit Fahrer und Dienstwagen bereits 700 Kilometer Nachtfahrt hinter sich. Annegret Kramp-Karrenbauer, die saarländische Ministerpräsidentin, kam von einer Spritztour aus Saarbrücken, wo sie trotz der Sondierungsgespräche in Berlin einen Neujahrsempfang mit 1800 geladenen Gästen gegeben hatte. Und weil sie wieder nach Berlin zurückmusste und es in dieser Nacht keinen Flug mehr gab, hatte sie sich kurzerhand in ihren Dienstwagen gesetzt. »Das war sicherlich eine Extremsituation in den Verhandlungen in Berlin und nicht der Alltag«, sagt sie zu Publik-Forum. Eine Woche nach dem Unfall kann ich sie zu Hause anrufen. Die 55-jährige CDU-Politikerin ist bekannt für eiserne Nerven und Disziplin.

Die CDU-Politikerin ist für Mindestlohn und Frauenquote

Bei den Sondierungsgesprächen in Berlin hat sie beim Endspurt sehr gefehlt. Denn die Chefin der rot-schwarzen Landeskoalition gilt als Brückenbauerin und vor allem in der Sozialpolitik als kenntnisreich und engagiert. Ein Plus in Verhandlungen mit der SPD.

In der Sozialpolitik weicht sie auch schon mal von der gängigen CDU-Linie ab. Sie ist anders als andere in ihrer Partei für einen Mindestlohn und für eine Frauenquote. Zudem kann sie sich eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes vorstellen. Nur bei den Sondierungsgesprächen passte es für sie nicht, »wenn wir über Steuerehöhungen sprechen und gleichzeitig die Kassen voll sind und die Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass sie entlastet werden«. Den Vorwurf, die Große Koalition trete nur auf der Stelle, kann sie nicht nachvollziehen. Da wird sie hart und une

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