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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2018
Publik-Forum Ausgabe 2/2018: 1968. Ein irres Jahr
Der Inhalt:

Europas Osten: Die vergessene Grenze

Die Tragödien im Mittelmeer sind allgemein bekannt – anders als das, was sich an der knapp siebenhundert Kilometer langen Grenze zwischen Polen und Weißrussland abspielt. Polnische Flüchtlingsorganisationen machen auf die dramatische Situation an dieser Ostgrenze der EU aufmerksam. Tschetschenische Flüchtlinge versuchen dort vergeblich, in die EU einzureisen und Asyl zu beantragen. Hunderte Menschen, Einzelne und Familien mit Kindern, fahren täglich mit dem Zug von Brest (Weißrussland) nach Terespol (Polen), werden dort aber meist mit fadenscheinigen Argumenten abgewiesen. Dass sie verfolgt werden, wird ihnen nicht geglaubt. Nur in Ausnahmefällen ermöglicht ein psychologisches Gutachten den Zugang zu Europa. Asyl in der Kirche Berlin-Brandenburg bezeichnet mit anderen Organisationen in Deutschland, Polen und Weißrussland diese völkerrechtswidrige Grenzschließung als Skandal. In einem deutsch-polnischen Menschenrechtsprojekt stellen sich Organisationen der Aufgabe, die europäische Ostgrenze zu beobachten und versuchen, den Geflüchteten in Deutschland und Polen zu helfen – so gut es die politischen Verhältnisse zulassen.