Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2016
Martin Luther: Der zweifelhafte Freiheitsheld
Der Inhalt:

Mit dem IS verhandeln?

vom 29.02.2016
Vor einem Jahr noch galt die Frage, ob man mit dem »Islamischen Staat« reden sollte, als ketzerisch. Heute fordern das immer mehr Experten. Muss man angesichts der Lage in Syrien auch mit der Terrormiliz verhandeln? Uns interessiert Ihre Meinung! Argumente? Finden Sie im folgenden Pro und Contra von Thomas Carl Schwoerer und Andreas Zumach
Soll man mit einer Terrormiliz wie dem IS verhandeln? Thomas Carl Schwoerer (links), Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner, sagt »Ja!«. Andreas Zumach (rechts), Korrespondent bei den Vereinten Nationen in Genf, sagt: »Nein!« (Fotos: privat; pa/Eventpress)
Soll man mit einer Terrormiliz wie dem IS verhandeln? Thomas Carl Schwoerer (links), Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner, sagt »Ja!«. Andreas Zumach (rechts), Korrespondent bei den Vereinten Nationen in Genf, sagt: »Nein!« (Fotos: privat; pa/Eventpress)

Thomas Carl Schwoerer: »Ja! Es hilft nicht, den IS nur zu verteufeln«

»Wer Frieden will, muss mit seinen Feinden verhandeln, nicht nur mit seinen Freunden. Das setzt Mut voraus. Doch wenn alle Beteiligten an einen Tisch gehören, warum dann nicht auch der IS? Wie soll es ohne ihn einen Waffenstillstand geben? Manche sagen, der IS wolle gar nicht verhandeln. Aber können wir uns da sicher sein? Es gibt in der langen Geschichte von Terrorgruppen wie etwa der IRA in Nordirland oder der Taliban in Afghanistan das immer wiederkehrende Argumentationsmuster: Sie seien so übel, dass man nicht mit ihnen verhandeln könne; und außerdem wollten sie das auch gar nicht. Schließlich kam es dann doch stets zu Verhandlungen, allerdings erst nach dem unnötigen Tod vieler Menschen.

Es stimmt, der IS ist die erste Terrorbewegung, die mit brutaler Gewalt einen Staat gegründet hat. Allerdings ist auch für die militanten Dschihadisten – wie seinerzeit für die IRA – Terrorismus nicht das Ziel, sondern lediglich Mittel zum Zweck der Nationsbildung. Wahrscheinlich besteht die Priorität des IS darin, einen regulären Staat zu gründen und zu konsolidieren. Wenn das tatsächlich das vorrangige Ziel der religiösen Extremisten ist, ließen sich auf dem Verhandlungsweg Zugeständnisse erzielen. Der IS hat zwar bisher keine politischen Forderungen gestellt – aber was hindert uns daran, ihn danach zu fragen?

Die Erfahrungen aus vierzehn Jahren »Krieg gegen den Terror« zeigen, dass es keine militärische Lösung des Terrorismus gibt. Das gilt auch für Syrien. De

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen