Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2017
Kein Land in Sicht
Im Mittelmeer steckt Europa in einem moralischen Zwiespalt
Der Inhalt:
Artikel vorlesen lassen

Kein Land in Sicht

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 07.09.2017
Die Flucht über das Mittelmeer bringt Europa in einen moralischen Zwiespalt. Darf es mit Libyen kooperieren? Die Seenotrettung einschränken? Europa steckt im Dilemma. Die Titelgeschichte in der neuen Ausgabe von Publik-Forum
Tausende versuchen unter Lebensgefahr über das Mittelmeer Europa zu erreichen (Foto: pa/Marco Panzetti/NurPhoto)
Tausende versuchen unter Lebensgefahr über das Mittelmeer Europa zu erreichen (Foto: pa/Marco Panzetti/NurPhoto)
PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 30.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 30.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen

Die Lebensretter sind müde. Wer dieser Tage bei Ärzte ohne Grenzen oder Sea-Watch anruft, um über Seenotrettung im Mittelmeer zu sprechen, hört aus den Stimmen der Aktivisten vieles heraus: Wut und Frustration über den Umgang der Politik mit Geflüchteten, Enttäuschung, aber vor allem: Erschöpfung. Rund 70 000 Menschen hat Ärzte ohne Grenzen in den vergangenen zwei Jahren aus dem Meer gezogen, 5000 hat Sea-Watch allein dieses Jahr an Bord genommen. Und neben diesen beiden gibt es noch viele weitere Organisationen, die im Mittelmeer Menschen retten und damit »einspringen für die Staaten der Europäischen Union, die eigentlich diese Arbeit leisten müssten«, wie Gianni de Robertis, Direktor der Flüchtlingsfachstelle der Italienischen Bischofskonf

Kommentare
Der Kommentierungszeitraum für diesen Artikel ist abgelaufen, daher können Sie ihn leider nicht mehr kommentieren.
Georg Lechner
17.09.201709:51
Die Krise Europas hat schon vor länger Zeit mit der neoliberalen Deformation (Aufgabe von Regulierungen zum Schutz schwächerer Mitglieder der Gesellschaft) begonnen und spitzt sich immer weiter zu. Zu ihr gehörten wesentlich die Teilnahme an Kriegen (Zerstörung Ex-Jugoslawiens, Intervention in Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien) und Begünstigung west-freundlicher Diktatoren.
Das Narrativ von der Friedensmacht EU ist von der Realität eindeutig widerlegt. Das Fehlen von Kriegen zwischen den europäischen Großmächten (das als Begründung des Narrativs genannt wird) ist schlicht durch die Handelsinteressen der großen Konzerne und der dahinterstehenden Kapitalverwalter bedingt. Bei Expansionsgelüsten der Wirtschaftsmächte (etwa gegenüber Russland) könnte durchaus wieder ein Krieg kommen.