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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2016
Vertrumpt!
Wie die Populisten die Welt erobern
Der Inhalt:

Kein Asyl für US-Deserteur

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 18.11.2016
André Shepherd desertierte von der US-Armee, weil er nicht noch einmal in den Irak geschickt werden wollte. In Deutschland stellte er 2008 einen Antrag auf Asyl. Doch er bekam keines. Seine Klage dagegen wies ein Münchner Gericht jetzt ab. Shepherds Anwalt geht davon aus, dass das Gericht »nicht an das zentrale Thema dran wollte: nämlich ob im Irakkrieg Kriegsverbrechen begangen wurden«. Elisa Rheinheimer-Chabbi hat Shepherd kurz vor Beginn der Verhandlung gesprochen. Hier erzählt er seine Geschichte
Der Deserteur und frühere US-Soldat André Shepherd sagt: "Ich hätte mir gewünscht, das Gericht hätte den schwierigen Weg innerhalb des US-Militärs, eine meinem Gewissen entsprechende Haltung herauszubilden, gewürdigt." (Foto: pa/dpa/Tobias Hase)
Der Deserteur und frühere US-Soldat André Shepherd sagt: "Ich hätte mir gewünscht, das Gericht hätte den schwierigen Weg innerhalb des US-Militärs, eine meinem Gewissen entsprechende Haltung herauszubilden, gewürdigt." (Foto: pa/dpa/Tobias Hase)
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»Es gibt Momente von meiner Zeit im Irak, die haben sich mir in die Seele eingebrannt. Der Blick aus dem Hubschrauber auf die komplett zerstörten Städte. Die Iraker, auf deren Gesichtern überhaupt keine Freude über unsere »Hilfe« zu sehen war. Oder der Moment, in dem uns mitgeteilt wurde, dass es gar keine Massenvernichtungswaffen im Irak gibt. Da wurde es totenstill in den Reihen der Soldaten. Und auf allen Gesichtern war zu lesen: »Warum sind wir dann hier?«

Als ich damals in die Armee eingetreten bin, dachte ich, das sei eine gute Sache. Das Militär ist bei uns in den USA eine Art Ersatzreligion, glorreich und glamourös. Ich war zu der Zeit obdachlos und dachte, ein Job dort würde mir helfen, wieder Fuß zu fassen im Leben, auf eigenen Beinen zu stehen, Geld zu verdienen. Dann kam ich in de

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