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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2018
Hitze-Schock
Wie Landwirte und Verbraucher jetzt umsteuern müssen
Der Inhalt:

Der Hitze-Schock

von Barbara Tambour vom 23.08.2018
Wie Landwirte und Verbraucher jetzt umsteuern müssen. Die Titelstory der neuen Ausgabe von Publik-Forum
Verdorrte Pflanzen, Risse im Boden: Viele Landwirte sind durch die Trockenheit in Existenznot geraten. (Foto: fotolia/Bits and Splits - stock.adobe.com)
Verdorrte Pflanzen, Risse im Boden: Viele Landwirte sind durch die Trockenheit in Existenznot geraten. (Foto: fotolia/Bits and Splits - stock.adobe.com)

Seit neun Wochen haben die Milchkühe auf dem Kellerwaldhof kein frisches Grünfutter bekommen. »Seit Anfang Juni konnten wir keinen Schnitt machen«, erläutert der grüne Europa-Abgeordnete Martin Häusling, dessen Söhne den Bio-Hof im nordhessischen Bad Zwesten bewirtschaften. Zu trocken war es. Milchvieh-Betriebe leiden besonders stark unter der Hitze und Dürre, weil auf dem Grünland nichts wächst. Vielerorts in Deutschland durchziehen tiefe Risse den ausgetrockneten Ackerboden, Maispflanzen bleiben klein, ihre Kolben kümmerlich. Die Weizenernte fällt ein Fünftel geringer aus als im Vorjahr, einzelne Landwirte haben weitaus größere Ernteausfälle.

Die Hitze dieses Sommers ist für viele ein Schock. Sie entspricht aber genau dem, was Klimaforscher seit Jahren vorhersagen: Die Erderwärmung ist in vollem Gange. Nicht jeder Sommer in Mitteleuropa wird derart heiß und trocken werden. Aber die Wetterextreme nehmen zu: Späte Fröste, Starkregen und Hagel – wie im vergangenen Jahr – ebenso wie Dürre und hohe Temperaturen.

Landwirten, die durch die Trockenheit in Existenznot geraten sind, muss geholfen werden. Klar. Aber es wäre falsch, die diesjährigen Ernteausfälle durch Hilfszahlungen zu kompensieren – und ansonsten alles beim Alten zu belassen. Die Herausforderung, vor der die Landwirtschaft steht – in Deutschland und weltweit – , ist gewaltig. Wird der Hitze-Schock dieses Sommers als Chance ergriffen umzusteuern, dann könnte er – aufs Große gesehen – zu einem heilsamen Schock werden. Für Landwirte, besonders aber für Verbraucher, die Tag für Tag mitentscheiden, was ihnen Lebensmittel wert sind. Mit den 58 Milliarden Euro Agrarsubventionen, die jährlich in den Ländern der Europäischen Union verteilt werden –

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