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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2019
Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern
Eine Annäherung in fünf Schritten
Der Inhalt:

»Yoga ist wie Pizza«

von Gunhild Seyfert vom 26.05.2019
Die schlichte mönchische Praxis aus Asien wurde auf ihrem Weg in den Westen mit vielen fremden Zutaten beladen und dadurch für Millionen Menschen attraktiv. Aber worum geht es eigentlich beim Yoga? Um Sport? Gesundheit? Wellness? Religion?
Yoga hat Hochkonjunktur, über elf Millionen Deutsche haben Erfahrung mit Yoga, aber was suchen und was finden sie da? (Foto: Corey Jenkins / Alamy Stock Photo)
Yoga hat Hochkonjunktur, über elf Millionen Deutsche haben Erfahrung mit Yoga, aber was suchen und was finden sie da? (Foto: Corey Jenkins / Alamy Stock Photo)

Die übergewichtige Friseurin, die den ganzen Tag im Stehen arbeitet, macht es und sagt: »Ich gehe zum Sport.« Der durchtrainierte Student der Betriebswirtschaft macht es und sagt: »Das ist gut für die Entspannung.« Die gestresste Marketingchefin macht es und sagt: »Das ist mein spiritueller Weg.« Yoga hat Hochkonjunktur. Über elf Millionen Deutsche haben Erfahrung mit Yoga, es sind überwiegend Frauen. Aber was suchen und was finden sie da? Wieso machen die Menschen so unterschiedliche Erfahrungen dabei? Geht es bei Yoga nun um Bewegung? Oder um Gesundheit? Um Wellness? Oder gar um Religion? Was ist Yoga eigentlich?

Das Angebot an Yogakursen ist unüberschaubar

Das Angebot an Yogakursen ist mittlerweile fast unüberschaubar: Da gibt es Hatha-Yoga und Kundalini-Yoga, Faszien-Yoga und Power-Yoga, Hormon-Yoga, Jivamukti-Yoga und noch viel mehr. Yogakurse werden an Volkshochschulen und im Fitnessstudio angeboten, in Hotelanlagen, Klöstern und natürlich in speziellen Yogaschulen. Im Internet findet man Yoga-Übungs-Videos für Computer, Tablet oder Smartphone. Und Yogablogs, denen monatlich Tausende von Menschen folgen.

Eigentlich braucht man für Yogaübungen nur eine Matte und bequeme Kleidung. Aber längst gibt es auch den angesagten Yoga-Style: Man zeigt den biegsamen Körper in engen Leggings und schulterfreiem Sportleibchen. Dazu passt die »Mala«, eine Gebetskette aus Holzperlen, oder auch ein spirituelles Tattoo. Obwohl also das Geschäft mit Yoga boomt, genießt es gleichzeitig den Ruf, die persönliche und spirituelle Entwicklung zu fördern. Yoga, so liest man in zahlreichen Büchern, Artikeln und auf Webseiten, sei aus der jahrhundertealten Tradition der hinduistischen Religion

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