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Weit weg von Brüssel

Auf der Suche nach Europa: Der Fotograf Stefan Enders ist monatelang an der Außengrenze der Europäischen Union entlanggereist und hat dort Menschen porträtiert. Seine Bilder zeigen einen Kontinent voller Widersprüche und Hoffnungen
von Stefan Enders vom 09.05.2019
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Sozialarbeiterin Lella Pennisi aus Italien mit ihrem Sohn, 7 (links), hat seit 10 Monaten keinen Lohn mehr bekommen. Daniel (Mitte) lebt in Rumänien auf der Straße. Ines Costa, 30 (rechts), Krankenschwester in Portugal, hat einen Master in Notfallmedizin, verdient aber gerade mal 1000 Euro. (Fotos: Stefan Enders)
Sozialarbeiterin Lella Pennisi aus Italien mit ihrem Sohn, 7 (links), hat seit 10 Monaten keinen Lohn mehr bekommen. Daniel (Mitte) lebt in Rumänien auf der Straße. Ines Costa, 30 (rechts), Krankenschwester in Portugal, hat einen Master in Notfallmedizin, verdient aber gerade mal 1000 Euro. (Fotos: Stefan Enders)

Ich treffe Charles Harkins in Schottland, an einer Bootsanlegestelle am Südufer des Meeresarms Firth of Forth. Harkins ist seit 33 Jahren Kapitän. Sein Schiff liegt vor uns am Pier. Über uns schwebt in schwindelerregender Höhe die Forth-Railway-Bridge, die den Süden Schottlands mit den Highlands verbindet und zum Weltkulturerbe gekürt wurde. Hinter uns das historische Hotel, in das sich Robert Louis Stevenson zurückzog, um seinen Roman »Die Schatzinsel« zu verfassen. In den letzten Jahren hat Charles Harkins mit seinem Schiff die Ölarbeiter auf die Plattformen gebracht und sie nach der Schicht wieder abgeholt. In zwei Wochen geht er in Rente. Der schottische Kapitän ist der Erste von über zweihundert Europäern, die ich in den nächsten Monaten fotografieren werde.

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Schlagwörter: Europa Fotografie Hoffnung
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