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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
Gebt den Kindern das Spiel zurück!
Wie fairer Fußball geht
Der Inhalt:

»Ich liebe die Posaunen der Hölle«

von Gunnar Leue vom 21.06.2014
Erst hatte er Angst vor der Orgel, dann verliebte er sich in ihre infernalische Kraft. Ein Gespräch mit Carsten-Stephan Graf von Bothmer, der Stummfilme theologisch vertont – und der gerne auch Fußballspiele an der Orgel kommentiert. Heute tut er das in Berlin aus Anlass des WM-Spiels Deutschland : Ghana. Public Viewing, mal ganz anders
Ein Organist, der eigentlich Pianist ist - und ein Musiker, der auch Theologie kann: Carsten-Stephan Graf von Bothmer (Foto), Großneffe von Richard Strauss, kommentiert aus Anlass der Fußball-WM gerade auch Fußballspiele auf der Kirchenorgel. Es braust und wimmert, flüstert und brüllt ...: Schauen Sie zum Public Viewing mit Orgelbegleitung in Berlin vorbei! Termine: Siehe Anhang zum Interview. (Foto: Meixner)
Ein Organist, der eigentlich Pianist ist - und ein Musiker, der auch Theologie kann: Carsten-Stephan Graf von Bothmer (Foto), Großneffe von Richard Strauss, kommentiert aus Anlass der Fußball-WM gerade auch Fußballspiele auf der Kirchenorgel. Es braust und wimmert, flüstert und brüllt ...: Schauen Sie zum Public Viewing mit Orgelbegleitung in Berlin vorbei! Termine: Siehe Anhang zum Interview. (Foto: Meixner)

Publik-Forum: Herr von Bothmer, im September 2013 gab es den ersten Stummfilm-Gottesdienst Deutschlands – in der Berliner Marienkirche. Wie lief der ab? Erst die Predigt und dann Showprogramm?

Carsten-Stephan Graf von Bothmer: Nein. Bischof Markus Dröge, dessen Idee das Ganze war, hat aus dem Film »Metropolis« Ausschnitte, die ich musikalisch begleitet habe, in seiner Predigt im Hauptgottesdienst gezeigt und ausgelegt. Normalerweise werden ja Bibelstellen genommen und interpretiert, hier waren es Filmszenen.

Und das kam gut an?

Bothmer: Sehr gut. Es gab begeisterte und intensive Gespräche anschließend. Ich habe übrigens nicht nur die Filmszenen live vertont, sondern zum Schluss in einer Art Orgelnachspiel versuchte, die Predigt noch mal musikalisch zu verarbeiten.

Wann haben Sie das erste Mal in einer Kirche gespielt?

Bothmer: Das war 2004 in Berlin, in der Passions-Kirche. Zuvor war ich immer in Kinos und Open Air aufgetreten, denn seinerzeit gab es Stummfilme mit Livemusik nur dort. Aus dieser Beschränkung wollte ich heraus und habe die Passions-Kirche für einen Wochentag im Monat angemietet. Dort bin ich auch das erste Mal unter dem Titel »Stummfilm-Konzert« aufgetreten. Das Wort ist eine Erfindung von mir. Ich habe also Stummfilme gezeigt und sie live am Flügel begleitet. Plötzlich hatte ich zehnmal mehr Zuschauer als im Kino! Sakral wurde es aber erst, als ich anfing, die Filme auf der Kirchenorgel zu begleiten.

Wie kam das?

Bothmer: Durch Zufall. Eines Tages bekam ich einen

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