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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
Gebt den Kindern das Spiel zurück!
Wie fairer Fußball geht
Der Inhalt:

Das Monopol des Klerus

Das Tiroler Ehepaar Heizer feiert private Eucharistiefeiern ohne Priester – und wird exkommuniziert. Denn für Rom ist das ein unverzeihlicher Angriff

Warum ist das österreichische Ehepaar Martha und Gerd Heizer so gefährlich, dass der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer über beide öffentlich das Verdikt »exkommuniziert« verhängt hat? Sie sind gefährlich, weil sie mit ihren privaten Eucharistiefeiern im eigenen Haus ohne Beteiligung eines Priesters den Grundpfeiler der hierarchischen Konstruktion der römisch-katholischen Kirche infrage stellen. Denn nur der geweihte Priester darf nach katholischer Lehre an Christi statt der Eucharistiefeier vorstehen. Doch dass Jesus überhaupt eine Kirche und dann noch die römisch-katholische Spielart wollte, ist nach Erkenntnissen nicht weniger Exegeten und Theologen höchst zweifelhaft.

Dem Ehepaar Heizer wird Selbstermächtigung vorgeworfen. Mit solchen Eigenmächtigkeiten stelle man sich außerhalb der kirchlichen Gemeinschaft, heißt es. Erschwerend für den Bischof (und die vatikanische Glaubenskongregation) kommt hinzu, dass eine solche private Eucharistiefeier im September 2011 im Österreichischen Rundfunk (ORF) gezeigt wurde. Denn immer wenn Unerlaubtes oder Unbotmäßiges öffentlich wird, reagieren die Kirchenoberen besonders allergisch.

Doch auch in der Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche – die 67-jährige Religionspädagogin Martha Heizer ist seit April Vorsitzende von Wir sind Kirche Österreich – unterstützen nicht alle das Vorgehen des Ehepaares. So hat Heizers Vorgänger, Hans Peter Hurka, seiner Nachfolgerin den freiwilligen Rücktritt nahegelegt: Da sie Vorsitzende von Wir sind Kirche sei, könne ihr Vorgehen nicht einfach als privat angesehen werden. Es bestehe die Gefahr einer Spaltung der Kirchenvolksbewegung. Die kritische