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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2020
Mission impossible
Kolonialismus und Rassismus in christlichem Gewand
Der Inhalt:

Hannah Arendt und das riskante Denken

von Anne Strotmann vom 16.06.2020
Hannah Arendt hat als Denkerin so manchen Shitstorm ausgelöst. Umstritten war unter anderem ihr Urteil über Adolf Eichmann als »banal«. Doch ihr Plädoyer für verantwortliche Kontroverse, für Pluralität und Neuanfang, können wir heute gut brauchen
Ikone mit Kippe: Hannah Arendts Markenzeichen war nicht nur die Zigarette, sondern ihr originelles Denken (Foto: pa/Jewish Chronical)
Ikone mit Kippe: Hannah Arendts Markenzeichen war nicht nur die Zigarette, sondern ihr originelles Denken (Foto: pa/Jewish Chronical)

Hannah Arendt war nicht daran interessiert, Merksätze zu erfinden. Was so eingängig war, dass es heute Postkarten, Kalenderblätter und politische Kommentare ziert, sagte sie so kaum ein zweites Mal. »Niemand hat das Recht zu gehorchen« ist so ein Satz. Eigentlich lautete er: »Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen bei Kant.« Arendt sagte ihn in einem Radiointerview, um die Behauptung des Naziverbrechers Adolf Eichmann, er habe sich auf Kants Pflichtbegriff berufen und deshalb Befehlen gehorcht, als »Unverschämtheit« zu entlarven.

Es gab kaum ein Thema des 20. Jahrhunderts, zu dem sich Hannah Arendt nicht äußerte: Ihre scharfen Urteile – über Antisemitismus, Flüchtlinge, Nachkriegszeit, Atombombe, Eichmann-Prozess, Segregation, Zionismus, Feminismus, Studentenbewegung – sorgten damals für Aufsehen und tun es bis heute. Das zeigt das

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