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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2020
Mission impossible
Kolonialismus und Rassismus in christlichem Gewand
Der Inhalt:

Lieben, Denken, Handeln

von Anne Strotmann vom 12.06.2020
»Die drei Leben der Hannah Arendt« ist eine Biografie in Comic-Form

Er findet Hannah Arendt verdammt cool, und das merkt man jeder Seite an. Der US-amerikanische Cartoonist Ken Krimstein hat Leben und Denken der Philosophin in einer Graphic Novel mit hastigen Strichen skizziert: von ihrer Kindheit in einem säkular-jüdischen Elternhaus über ihre wagemutigen Fluchten vor den Nazis bis zu ihrem Tod in New York 1975. Nebenbei hat Krimstein eine Einführung in Arendts Politische Theorie und ihr »Denken ohne Geländer« geschaffen. Krimstein erzählt, welche Erfahrungen und Menschen Arendts Denkprozesse beeinflussten. Außer Hannah (erkennbar am Grün ihrer Kleidung und dem obligatorischen Zigarettenrauch) bevölkern so auch viele weitere Geistesgrößen mit ihren Ideen die fantasievoll gestalteten Seiten, was manchmal etwas verwirrend sein kann. Es gibt rührende Abschnitte über Walter Benjamin, und selbstverständlich nimmt Martin Heidegger einen (ärgerlich großen) Teil der Geschichte ein, bis Arendt sich am Ende von ihm und seiner Philosophie abgrenzt: »Wir wissen, dass es viele Wahrheiten von vielen Menschen gibt. Dass das wahre Wunder nicht vom Tod herrührt, sondern von der Geburt. Aus dem Neuen. Neuen Männern, neuen Frauen, neuen Ideen. Ich nenne das Natalität. Ich nenne das Pluralität.« Auf der gleichen Seite, Arendt gegenüber, sitzt ihr »alter Freund«, der Kirchenvater Augustinus, und sagt: »Das gefällt mir. Darf ich mir eine Zigarette schnorren?«

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