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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2020
Der Sinnlosigkeit widerstehen
Ostern in der Corona-Krise
Der Inhalt:
Das Leib-und-Seele-Gespräch

»Erst beim Schreiben fand ich klare Worte«

von Eva-Maria Lerch vom 17.04.2020
Warum ist es für Opfer sexueller Gewalt so schwer, sich zu wehren? Der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger wurde als Sängerknabe von Mönchen missbraucht. Lange konnte er nicht darüber sprechen – bis die Täter gestorben waren
Als Sängerknabe missbraucht: Josef Haslinger (Foto: pa/picuredesk/Herbert Neubauer)
Als Sängerknabe missbraucht: Josef Haslinger (Foto: pa/picuredesk/Herbert Neubauer)

Publik-Forum: Herr Haslinger, In Ihrem Buch »Mein Fall« beschreiben Sie den sexuellen Missbrauch, den Sie als Sängerknabe im Stift Zwettl erlitten haben. Wie war das für Sie, dieses Buch zu schreiben?

Josef Haslinger: Zunächst hat es alte Wunden aufgerissen. Das war nicht die lustigste Zeit, dieses halbe Jahr, in dem ich dieses Buch geschrieben habe. Ich hatte oft Schwierigkeiten, einschlafen zu können. Auf der anderen Seite war ich erleichtert, dass sich die Dinge zu strukturieren begannen. Erst beim Schreiben fand ich klare Worte für diese emotionale Verstrickung, da kristallisierte sich in mir eine klare Haltung gegenüber dem Missbrauch heraus.

Sie haben viele Romane und Geschichten geschrieben, aber die Missbrauchserfahrung fünfzig Jahre für sich behalten. Warum hat es so la

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