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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2018
Gott neu denken
Über die Versöhnung von Glaube und Wissenschaft
Der Inhalt:

Entscheidet Euch!

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 13.01.2018
»Mein Vorsatz für 2018: Weniger ›Vielleicht‹, mehr Verbindlichkeit. Wer macht mit?« Warum Elisa Rheinheimer-Chabbi findet, dass mehr Mut ziemlich guttut
Wohin soll's gehen? Wir haben die Qual der Wahl. Sich einfach mal zu entscheiden, kann sehr befreiend wirken. (Foto: istockphoto/ALLVISIONN)
Wohin soll's gehen? Wir haben die Qual der Wahl. Sich einfach mal zu entscheiden, kann sehr befreiend wirken. (Foto: istockphoto/ALLVISIONN)

Es gibt Zeiten, in denen mich die Unverbindlichkeit meiner Generation so richtig auf die Palme bringt. Silvester zum Beispiel. Es ist kaum mehr möglich, mit Freunden eine Silvesterparty zu feiern, weil die Eingeladenen erst im allerletzten Moment zu- oder absagen. Keiner will sich festlegen, schließlich könnte man eine noch coolere Party verpassen. Kleine Kostprobe: Meine Freundin Hannah findet die Idee, zusammen zu feiern, super, muss aber erst noch mit ihrem Freund sprechen, weil der lose etwas mit anderen Freunden ausgemacht hat. Ida weiß noch nicht, ob sie einen Babysitter findet. Alfredo und Simone überlegen, spontan zu verreisen, was aber nicht ganz sicher ist. Wenn das nicht klappt, kommen sie gerne. Charlotte und Jonas schlagen vor, dass wir auch zu ihnen kommen könnten. Annika kommt, wenn sie Samira mitbringen darf, vorausgesetzt sie feiern nicht mit Samiras Freunden, was noch zu klären wäre. Und mein Mann hat seinen Dienstplan noch nicht, es könnte sein, dass er arbeiten muss. Das ist eine Situation, wie sie für meine Generation – die Zwanzig- bis Dreißigjährigen – ziemlich normal ist. Meist endet es so, dass sich nach wochenlangen Chatverläufen, Telefonaten und SMS am 31. Dezember doch noch ein Grüppchen zusammenfindet. Vielleicht.

»Vielleicht« ist das Schlüsselwort meiner Generation

»Vielleicht« ist das Schlüsselwort meiner Generation. Wenn man einen typischen Satz ausmachen wollte, so wäre es wohl dieser: »Wir telefonieren noch mal.« Oder: »Wir whatsappen dann.« Mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit bekomme ich diesen Satz zu hören, wenn ich mich montags für Freitagabend zum Essen verabrede. Manchmal sage ich ihn auch selbst. Denn die Verabredung ist kein fixer Termin, man könnte s

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