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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2018
Gott neu denken
Über die Versöhnung von Glaube und Wissenschaft
Der Inhalt:

Dürfen Predigten politisch sein?

Der Streit begann nach Weihnachten mit einem Tweet von Welt-Chef-Redakteur Ulf Poschardt: »Wer soll eigentlich noch freiwillig in eine Christmette gehen, wenn er am Ende der Predigt denkt, er hat einen Abend bei den Jusos beziehungsweise der Grünen Jugend verbracht?« Anlass war die Predigt des Berliner Pfarrers und ehemaligen DDR-Bürgerrechtlers Steffen Reiche. Es folgte eine Grundsatzdebatte bis ins neue Jahr hinein.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki entgegnete: »Wir können nicht von Gott sprechen, ohne vom Menschen zu sprechen.« Wenn man versuche, das Evangelium ins Heute zu übersetzen, habe das nichts mit Parteipolitik zu tun. Auch andere Bischöfe sind der Auffassung, dass Gott und Welt sich nicht trennen lassen. So rufen Predigten häufig auf zur Bewahrung der Schöpfung, fairem Handel oder Unterstützung für Arme und Flüchtlinge.

Auch der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, konterte: Wer die Predigten ganz höre, dem »wird schnell deutlich werden, dass Aussagen zur Politik gegründet sind in biblisch verwurzelten geistlichen Überzeugungen«. Es sei die Politik, die »geistlich gegründete Aussagen« politisiere und darauf Parteietiketten hefte.

Vor allem in der CDU scheint manchen die Wahl der politischen Themen seitens der Kirchen nicht zu passen. CDU-Vize Julia Klöckner kritisierte: »Es kommt vor, dass aus manchen Kirchenkreisen mehr zum Thema Windenergie und grüne Gentechnik zu hören ist als über verfolgte Christen, über die Glaubensbotschaft oder gegen aktive Sterbehilfe«, erklärte sie in Bild. Kirchen sollten nicht parteipolitische Programme übernehmen. Auch Landwirtschaftsminister Christia