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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2020
Zukünfte gesucht!
Wohin sich Politik, Kirchen und Gesellschaft entwickeln werden
Der Inhalt:

Was sagt die Kirche zu Sex und Beziehung? Egal!

von Anne Weber vom 03.02.2020
Katholische Sexualethik: Wer sich nur am Katechismus abarbeitet, kommt nicht weiter
Weg mit den Klischees: Eine evangeliumsgemäße Sexualethik muss fragen, was den Menschen hilft, statt nur zu verbieten (Foto: iStock by Getty/Alkir)
Weg mit den Klischees: Eine evangeliumsgemäße Sexualethik muss fragen, was den Menschen hilft, statt nur zu verbieten (Foto: iStock by Getty/Alkir)

Als Sie das letzte Mal verliebt waren, haben Sie sich da gefragt, was die Kirche wohl dazu sagt? Falls nicht, sind Sie nicht allein. In den Augen der meisten Menschen hat sich die Kirche spätestens seit dem Missbrauchsskandal disqualifiziert, glaubwürdig von Sexualität sprechen zu können. Aber auch schon zuvor haben die lieblose Haltung der Kirche gegenüber Homosexuellen oder Geschiedenen sowie ihre klischeebeladenen Frauenbilder dazu geführt, dass sich viele Menschen damit nicht mehr identifizieren. So stellte die Familiensynode 2014 fest, dass die kirchliche Lehre überwiegend als unverständlich und lebensfern beurteilt wird.

Eine christliche Sexualethik, die evangeliumsgemäß den Menschen dienen würde, müsste sich zunächst dieser Entwicklung stellen, sich von ihren traditionellen Bildern lösen und offen zuhören lernen. Nur so kann sie verstehen, unter welchen Bedingungen Menschen Sexualität und Beziehungen heute gestalten.

Zu diesen Bedingungen gehört einerseits, dass Christinnen sich in ihren intimen Lebensfragen schon lange nicht mehr am Katechismus abarbeiten, weil außerehelicher Sex, Homosexualität, Masturbation 2020 normal sind und man über Liebe und Sex im Zweifelsfall mit anderen diskutieren kann. Andererseits gehört zu diesen Bedingungen auch, dass wir in hochsexualisierten Gesellschaften leben, in denen mit Frauenkörpern Werbung gemacht wird, Sex auf allen Kanälen läuft und eine sexy Selbstrepräsentation zum Alltag gehört. Sexualität wird im Kapitalismus immer mehr zum Marktplatz für unterschiedliche Angebote: Sexspielzeug und Ratgeber, Pornografie und Prostitution, Intimchirurgie und pharmazeutische Potenzsteigerung. Gleichzeitig nimmt die Privatisierung sexueller Praktiken zu. Die Wendung »

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