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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2020
Arbeiten und Leben nach Corona
Was wir aus der Krise lernen können
Der Inhalt:

»Die Krise hat uns Demut gelehrt«

vom 18.05.2020
Wir schauen in die Zukunft und wünschen uns was: Wenn die schlimmsten Folgen der Corona-Pandemie überstanden sind, wird Kanzlerin Merkel eine Rede an die Nation halten. Ute Scheub hat ihr schon mal ein Manuskript vorbereitet.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (Foto: PA / ap / Steffen Kugler)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (Foto: PA / ap / Steffen Kugler)

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Ich wende mich heute an Sie, weil wir endlich die schlimmsten Auswirkungen der Corona-Krise überwunden haben. Von Herzen möchte ich allen Helferinnen und Helfern danken, besonders denen in den systemrelevanten Berufen im Gesundheitswesen, den Pflegeheimen, in Erziehung und Bildung, den Kassiererinnen in den Supermärkten, den Müllmännern und allen anderen.

Die Bundesregierung hat die vergangene Zeit genutzt, um in einem intensiven Online- und Offline-Dialog Ihre Wünsche und Vorschläge zur Neuordnung unseres Gemeinwesens entgegenzunehmen. In dem Programm, das ich jetzt vorstelle, ist vieles davon eingeflossen. Ich verspreche Ihnen, dass wir auch in Zukunft mehr auf Sie hören werden.

Zunächst zum Gesundheitswesen. Wir haben die Krise im internationalen Vergleich zwar besser als andere gemeistert, aber zufrieden können wir dennoch nicht sein. Wir haben viel getestet und Intensivbetten aufgestellt, wir hatten aber nicht genug Pflegekräfte, und diese waren völlig überlastet. Viele haben Leben gerettet – und wurden dennoch menschenunwürdig bezahlt. Das lag vor allem an der Privatisierung des Gesundheitswesens. Krankenhäusern und Pflegeheimen war es vor 1985 gesetzlich verboten, Gewinne zu machen, heute werden die meisten dazu gezwungen – mit der Folge von Unterbezahlung und Überlastung. Das müssen wir rückgängig machen. Wir müssen diejenigen zurückgewinnen, die deshalb in andere Arbeitsbereiche abgewandert sind. Dann brauchen wir auch keine polnischen Pflegekräfte oder philippinischen Krankenschwestern mehr, die in ihren Ländern teuer ausgebildet wurden und nun dort fehlen.

Kliniken, Seniorenheime und Ähnliches gehören

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