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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2018
Hitze-Schock
Wie Landwirte und Verbraucher jetzt umsteuern müssen
Der Inhalt:

Eine Dienstpflicht für alle?

von Wolfgang Kessler, Andrea Teupke vom 22.08.2018
CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat eine Dienstpflicht für junge Männer und Frauen über 18 Jahre angeregt. Sie soll bei der Bundeswehr, als Sozialdienst, im Katastrophenschutz oder in der Entwicklungshilfe abgeleistet werden können. Seitdem wird diskutiert: Ist das sinnvoll? Uns interessiert Ihre Meinung! Argumente? Lesen Sie im Pro und Contra von Wolfgang Kessler und Andrea Teupke
Brauchen wir eine Dienstpflicht für junge Frauen und Männer über 18? »Ja!«, sagt Wolfgang Kessler (links), »Nein!«, findet Andrea Teupke. (Fotos: privat)
Brauchen wir eine Dienstpflicht für junge Frauen und Männer über 18? »Ja!«, sagt Wolfgang Kessler (links), »Nein!«, findet Andrea Teupke. (Fotos: privat)

Wolfgang Kessler: »Ja! Die Dienstpflicht stärkt den Zusammenhalt«

»Klar: Die Debatte ist unausgegoren und juristisch unreflektiert. Dennoch ist sie wichtig. Denn: Eine allgemeine Dienstpflicht könnte dem immer weiteren Auseinanderdriften der Gesellschaft entgegenwirken. Die wachsende Ungleichheit teilt die Menschen immer stärker in Gewinner und Verlierer, die aneinander vorbeileben: hier die Reichen, dort die Mittelschicht, da die Ärmeren. Die an sich positive Vielfalt der deutschen Gesellschaft verengt sich zu Parallelgesellschaften. Die Menschen leben nicht miteinander. Viele kennen die Lebenswirklichkeit der anderen nicht. Nie war der Abstand zwischen Kindern aus gut situierten und weniger gut situierten Familien größer als heute. Das ergab eine Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung. Die (a)sozialen Medien verstärken diese Trennung. Viele User kommunizieren vor allem mit ihresgleichen und lassen sich die eigene Meinung bestätigen, ohne je eine andere wahrzunehmen. Eine allgemeine Dienstpflicht, die alle jungen Leute wahlweise in sozialen, ökologischen, zivilgesellschaftlichen Projekten oder bei der Bundeswehr ableisten, könnte sie mit anderen aus den verschiedensten Milieus, Kulturen und Religionen in Kontakt bringen. So wachsen Verständnis und Solidarität. Vor Jahrzehnten erzählten mir Klassenkameraden, dass ihr Wehrdienst wenigstens einen Vorteil hatte: nämlich Gleichaltrige aus Schichten zu treffen, denen man sonst nicht begegnet wäre. Gleichzeitig wäre bei der Einführung der Wehrpflicht die deutsche Militärpolitik wieder Thema in der G

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